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Romney stolpert auf der Zielgeraden

Mitt Romney holt am Super Tuesday die meisten Stimmen. Doch der Sieg fiel weniger deutlich aus, als er sich dies erhoffte. Die Konkurrenz denkt deshalb noch lange nicht ans Aufgeben.

Hält sich mit seinen drei Siegen im Rennen: Rick Santorum. (7. März 2012)
Hält sich mit seinen drei Siegen im Rennen: Rick Santorum. (7. März 2012)
Keystone
Holte am meisten Stimmen. Doch entscheidend absetzen konnte er sich noch nicht: Mitt Romney. (7. März 2012)
Holte am meisten Stimmen. Doch entscheidend absetzen konnte er sich noch nicht: Mitt Romney. (7. März 2012)
AFP
Jede Stimme zählt: Um zum Herausforderer von Präsident Barack Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber über den gesamten Nominierungsprozess mindestens 1144 Wahlmänner hinter sich bringen. Bisher hat noch keiner der Kandidaten diese Mehrheit erreicht. Cambridge, Massachusetts, 6. März 2012
Jede Stimme zählt: Um zum Herausforderer von Präsident Barack Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber über den gesamten Nominierungsprozess mindestens 1144 Wahlmänner hinter sich bringen. Bisher hat noch keiner der Kandidaten diese Mehrheit erreicht. Cambridge, Massachusetts, 6. März 2012
Emmanuel Dunand, AFP
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Der Super-Dienstag ist nicht super gelaufen für Mitt Romney. Er hat seine Führung im Rennen um die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat behauptet und sogar ausgebaut, aber bei drei Siegen seines hartnäckigsten Verfolgers Rick Santorum und einem Achtungserfolg Newt Gingrichs sah das bei sechs eigenen Siegen nicht souverän aus.

Macht nichts, sagen Analysten, Romney hat dennoch bisher die meisten Delegierten eingesammelt, das meiste Geld sowieso, damit einhergehend eine gute Wahlkampfmaschinerie und die meiste Erfahrung. Seine Kritiker verteilen sich auf seine drei Konkurrenten.

«Ich werde diese Nominierung bekommen»

Nach Berechnung der Nachrichtenagentur AP gewann Romney am Super Tuesday mindestens 183 Delegierte hinzu, Santorum 64, Gingrich 52 und Paul 15. An die 100 Delegierte mussten bei diesem Stand noch zugeordnet werden. Romney hat somit nach Auswertung des grössten Teils der Ergebnisse 386 auf ihn verpflichtete Delegierte, Santorum 156, Gingrich 85 und der Kongressabgeordnete Ron Paul 40.

«Ich werde diese Nominierung bekommen», rief Romney vor Anhängern in Boston in seinem Heimatstaat Massachusetts aus, noch bevor das Ergebnis im besonders umkämpften Ohio feststand. Santorum führte dort zu diesem Zeitpunkt in einem unglaublich engen Kopf-an-Kopf-Rennen. Später drehte sich das mit Fortgang der Auszählung, am Ende hatte Romney die Nase knapp vorne.

Ohio gilt als «Swing State», also als einer der Staaten mit Wechselwählerstimmung, in dem im November die Entscheidung zwischen Präsident Barack Obama und seinem republikanischen Herausforderer fallen könnte. Deshalb wurde das Vorwählerverhalten dort besonders genau beobachtet.

Konkurrenten wollen nicht aufgeben

Wählernachfragen aus Ohio brachten einige gute Nachrichten für Romney. Bei Wählern, für die Wirtschaftslage und das horrende Staatsdefizit die wichtigsten Themen sind, schnitt er gut ab. Aber Santorum scharte die sogenannten gesellschaftlichen Konservativen hinter sich: Wiedergeborene Christen und evangelikale Wähler gaben dem Exsenator einen zweistelligen Vorsprung vor dem Mormonen Romney.

Santorum und Gingrich denken nicht an Aufgabe. Sie können noch Wochen oder sogar Monate weitermachen. Santorum sagte, er habe in mehreren Staaten gewonnen, obwohl viele schon gesagt hätten, er sei am Ende. «Wir kommen immer zurück. Wir sind im Rennen», sagte er in Steubenville in Ohio. Am Montag beschrieb er sich noch als David, Romney als Goliath. Und dieses biblische Bild sei womöglich noch «etwas untertrieben», fügte er hinzu.

Romney braucht die Konservativen

Solange das Wettrennen unter den Republikanern nicht entschieden ist, muss Romney sich die Stimmen der stramm konservativen Wähler sichern. Und genau darin besteht das Problem. Denn nicht die Konservativen, sondern die Unabhängigen und Wähler der Mitte entscheiden schliesslich, ob Obama seine zweite Amtszeit gewährt wird. Um die kann Romney sich aber noch nicht kümmern, will er nicht seine Basis verärgern.

Romney gewann neben Massachusetts Vermont und Virginia. In den beiden letzteren Staaten standen Santorum und Gingrich gar nicht auf den Wahlzetteln, weil sie formale Auflagen nicht erfüllt hatten.

Obama als «grosser Einiger»

Gerade das Murren des Bibelgürtels über Romney dürfte aber nach der Kür des Obama-Herausforderers Ende August in Florida verstummen. Denn der amtierende Präsident gilt als der «grosser Einiger unter den Republikanern», sagte ein Berater der Partei, Charlie Black.

Die Konservativen, auch die Ultras vom Tea-Party-Flügel, wären für Romney also nicht das Problem. Schwieriger wäre es mit den parteilich nicht gebundenen Wählern, die sich erst spät im Wahlkampf entscheiden. Für die seien Themen wie Arbeitslosigkeit, Gesundheitssystem, Staatsdefizit und Staatsausgaben wichtige Themen. Und da werde man Obama angreifen - geschlossen, sagte Black.

dapd/sda/afp/mrs/fko

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