Republikaner ringt Journalist zu Boden

Die Wahlen im US-Staat Montana sind ein Gradmesser für Trumps bisherige Amtszeit. Bei den Republikanern liegen die Nerven blank, wie ein Vorfall zeigt.

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Ein Zusammenstoss zwischen einem Republikaner und einem Journalisten sorgt in den USA für Aufregung: Der Vorfall kommt unmittelbar vor einer entscheidenden Wahl im US-Staat Montana – es geht um die Neubesetzung eines Sitzes im Repräsentantenhaus.

Ein Reporter der Zeitung «The Guardian» berichtet, dass er von einem Republikaner im US-Staat Montana körperlich angegriffen wurde. Der Journalist Ben Jacobs warf dem Politiker Greg Gianforte vor, ihn zu Boden gestossen und seine Brille kaputt gemacht zu haben, wie das Blatt am Donnerstag online schrieb. In einer ebenfalls veröffentlichten Audioaufnahme war der Konflikt zwischen den beiden Männern zu hören. Gianforte sagte dabei unter anderem, er habe genug von Journalisten.

Hier die Tonaufzeichnung des Vorfalls im Büro von Greg Gianforte. (Video: Youtube/Guardian Wires)

Die Wahlkampfsprecherin des Republikaners sagte, Gianforte habe sich in seinem Büro auf ein Interview mit dem Sender Fox News vorbereitet, als Jacobs ohne Erlaubnis hereingekommen sei. Er sei aufgefordert worden, zu gehen, nachdem er versucht habe, Fragen zu stellen. Der Politiker habe nach dem Mikrofon greifen wollen, das in sein Gesicht gehalten worden sei – bei einem anschliessenden Gerangel seien beide Männer zu Boden gefallen.

«Zum Teufel, gehen Sie hier raus!»

Eine Reporterin von Fox News schrieb in einem Artikel, ihr Team könne den Vorfall bezeugen. Es habe mit Verblüffung gesehen, wie Gianforte Jacobs mit beiden Händen am Nacken packte und zu Boden stiess. Danach habe er angefangen, den Journalisten zu schlagen. Dieser habe sich vorher nicht aggressiv verhalten.

Grund für die Auseinandersetzung waren vermutlich Fragen des Reporters über das Gesundheitsvorsorgegesetz der Republikaner. Wie aus der Audioaufnahme hervorgeht, wollte Gianforte diese nicht beantworten. «Zum Teufel, gehen Sie hier raus!», soll er unter anderem gerufen haben.

Test für Trumps Amtszeit

Gianforte ist ein wohlhabender Geschäftsmann. Er kandidiert für Montanas vakanten Sitz im Repräsentantenhaus. Er war frei geworden, nachdem US-Präsident Donald Trump Montanas bisherigen Abgeordneten in der Kammer, Ryan Zinke, für den Posten des Innenministers nominiert hatte. Die Wahl ist am Donnerstag und wird zum Teil als Referendum über Trumps bisherige Amtszeit gewertet.

Das demokratische Komitee für den Wahlkampf im Kongress forderte den Republikaner auf, seine Kandidatur zurückzuziehen. Seine Partei müsse sich zudem öffentlich von ihm distanzieren. Der demokratische Kandidat für den Sitz, Rob Quist, wollte den Vorfall nicht kommentieren. (chk/AP)

Erstellt: 25.05.2017, 07:56 Uhr

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