Rechtspopulistische US-Website hat grosse Pläne

Sie polterten für Donald Trump, jetzt will «Breitbart News» nach Europa expandieren.

Unterstützung für Rechtspopulisten weltweit: «Breitbart News»-Chef Stephen Bannon. Foto: Carlo Allegri (Reuters)

Unterstützung für Rechtspopulisten weltweit: «Breitbart News»-Chef Stephen Bannon. Foto: Carlo Allegri (Reuters)

Donald Trumps Wahlsieg war auch ein Erfolg für Breitbart News. Avancierte das US-Nachrichtenportal doch vom lauten, rechtspopulistischen, aggressiven Verschwörungsmedium zum konservativen Haus- und Hofberichterstatter Trumps. So lautete das Fazit nach der Wahlnacht nicht von ungefähr: «Trump und Breitbart triumphieren über das Establishment». Ähnlich laut wie Donald Trump polterte schliesslich auch das Medium.

Einen Tag nach der US-Wahl folgt die folgerichtige Konsequenz: Breitbart News will expandieren - und nicht nur in Amerika. Auch in Deutschland und Frankreich soll es Ableger-Seiten geben, berichtet Reuters unter Berufung auf Alex Marlow, US-Chefredakteur von Breitbart. Demzufolge soll die Multimedia-Berichterstattung ausgebaut werden, mit mehr Podcasts und Videos.

Auch eine neue TV-Show sei in Planung, darüber rede Redakteur Milo Yiannopoulus bereits mit Produzenten, heisst es weiter. Yiannopoulus war zuletzt aufgrund seiner rassistischen und sexistischen Kommentare kritisiert worden. Als er gegen «Ghostbusters»-Darstellerin Leslie Jones hetzte, wurde sein Twitterprofil gelöscht.

Unterstützung für rechtspopulistische Politiker

Der Gründer Andrew Breitbart machte seinen Blog innerhalb weniger Jahre zu einem Sprachrohr der amerikanischen Wutbürger, kommentierte dort skrupelloser und radikaler als alle anderen und stellte Verschwörungstheorien gegen das Establishment auf.

Die Verflechtungen zwischen Breitbart und dem rechten Politikbetrieb in Amerika sind eng: Trump ernannte Stephen Bannon, bis dahin Chef von Breitbart News, zu seinem Wahlkampfleiter. Und Breitbart News feierte dafür seinen Wahlsieg: In der Wahlnacht blinkt um 5.13 Uhr gross «Mr. Brexit» auf der Webseite, man feiert die «Jesus-Figur der Republikaner».

Und die Webseite wird längst nicht nur von amerikanischen Nutzern angesteuert: In Grossbritannien wuchsen die Zugriffe auf die Seite mit steigender Unterstützung für den Brexit. Die grassierende Unzufriedenheit mit den regierenden Eliten sowie die unterschwellig kursierende Angst vor Flüchtlingen und Einwanderung will sich Breitbart News nun auch in Europa zunutze machen. Marlow bestätigt Reuters gegenüber, man wolle mit den geplanten Angeboten gewählte rechtspopulistische Politiker in Frankreich und Deutschland unterstützen.

Süddeutsche Zeitung

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