Rabbiner fordern Sanktionen gegen Fox-News-Prediger

Medienunternehmer Rupert Murdoch soll den bekannten Moderator Glenn Beck massregeln – dieser ist mit Anschuldigungen gegen einen Holocaust-Überlebenden aufgefallen.

Wird auch als «Hassprediger» bezeichnet: Der christlich-fundamentalistische Fox-News-Moderator Glenn Beck.

Wird auch als «Hassprediger» bezeichnet: Der christlich-fundamentalistische Fox-News-Moderator Glenn Beck.

(Bild: Keystone)

Der Fox-News-Moderator Glenn Beck ist bekannt für unzimperliche Äusserungen. So ist er auch in den vergangenen Wochen mehrmals mit unpassenden Nazi- und Holocaust-Vergleichen aufgefallen. Jetzt fordern 400 amerikanische Rabbiner Sanktionen gegen Beck sowie gegen den Chef des TV-Senders, Roger Ailes. Am gestrigen Holocaust-Gedenktag wendeten sich die Rabbiner in einem offenen Brief im «Wall Street Journal» an den Medienunternehmer und Sender-Besitzer Rupert Murdoch mit der Forderung, gegen Ailes und Beck Massnahmen zu ergreifen wegen unangemessener Äusserungen zum Holocaust. Von Murdoch selber fordern sie eine Entschuldigung.

Glenn Beck hatte unzählige Nazi- und Holocaust-Vergleiche gezogen, vor allem in seiner Hetzjagd gegen den jüdischen Financier George Soros. Diesem hat er vorgeworfen, Juden in «Todeslager» geschickt zu haben. Soros selber überlebte den Holocaust als Teenager im besetzten Ungarn.

«Sie würdigen die Bedeutung des Holocaust herab»

«Wir teilen die Auffassung, dass der Holocaust in den Medien angemessen diskutiert werden soll», heisst es im offenen Brief. Das sei auf Fox News aber nicht der Fall. Ailes nannte im vergangenen November Verantwortliche des Radio-Netzwerks NPR «Nazis», weil sie einen Analysten entlassen haben, der auch für Fox News arbeitete. Der Entlassene hatte gesagt, er werde nervös, wenn er neben muslimisch gekleideten Personen im Flugzeug sitze. Ailes habe sich für seine Äusserung bei einer jüdischen Gruppe für den Ausdruck entschuldigt, aber nicht bei NPR.

«Sie würdigen die Bedeutung des Holocaust herab, wenn sie ihn benutzen, um Individuen oder Organisationen zu diskreditieren, mit denen Sie nicht einverstanden sind. Das hat Fox News in den vergangenen Wochen getan», heisst es im Inserat.

Absetzung von Glenn Beck gefordert

Unterschrieben ist der Brief von führenden Rabbinern der reformierten, konservativen und orthodoxen Juden. Organisiert wurde die Aktion vom Jewish Funds for Justice, der kürzlich die Absetzung von Beck verlangte.

Ein Verantwortlicher von Fox News lehnte den offenen Brief gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters ab mit der Begründung, dahinter stecke eine von George Soros unterstützte linksgerichtete politische Organisation.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt