Puerto Rico warnt vor Auswanderungswelle

Der Gouverneur der Karibikinsel fordert von den USA «volle Unterstützung» und warnt vor einer Auswanderungswelle in die USA, sollte den Menschen nicht geholfen werden.

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Angesichts nur spärlich eintreffender Hilfen aus den USA hat Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello vor einer «humanitären Krise» auf der von Hurrikan «Maria» verwüsteten Karibikinsel gewarnt. Rosello verwies in San Juan darauf, dass Puerto Rico Teil der USA sei.

«Das ist eine humanitäre Katastrophe, die 3,4 Millionen US-Bürger betrifft. Wir werden die volle Unterstützung der US-Regierung brauchen. Die Leute dürfen nicht vergessen, dass wir US-Bürger sind – und stolz darauf», hiess es in einer Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló. Als assoziierter Freistaat gehört die Insel nicht zu den Vereinigten Staaten, aber die Bewohner sind US-Bürger.

«Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Lage von Puerto Rico bitten wir die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen», sagte Rosselló.

Gouverneur Rossello wies auch auf die schwierige finanzielle Lage seiner hochverschuldeten Insel hin, was die Situation zusätzlich erschwere. Die Schuldenlast beläuft sich auf mehr als 70 Milliarden Dollar (rund 59 Milliarden Euro).

Warnung vor Auswanderungswelle

Der Gouverneur warnte vor einer Auswanderungswelle, sollte den Menschen auf der Karibikinseln nicht geholfen werden: «Wenn wir keine Hilfe bekommen, werden Tausende, wenn nicht Millionen Puerto Ricaner in die USA kommen. Das würde für schwere demografische Probleme sowohl in Puerto Rico als auch in den Vereinigten Staaten sorgen.»

Seit Tagen verschlechtern sich die Lebensbedingungen in Puerto Rico. Es gibt kaum noch Lebensmittel, die Telefonverbindungen sind zusammengebrochen. Vor Supermärkten und Tankstellen bilden sich lange Schlangen. Mangel herrschte noch immer an Benzin. Nur etwa 30 Prozent der Tankstellen waren geöffnet. Wasser, Gas und Eis wurden rationiert. Wo es geht, greifen die Menschen zur Selbsthilfe.

fur/SDA

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