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Polizei übernimmt Kontrolle über Obdachlosen-Zeltlager

Obdachlose Einwanderer haben im argentinischen Buenos Aires einen Park besetzt. Nachdem es zu gewalttätigen Anschlägen auf die Besetzer kam, hat die Polizei die Kontrolle über das Gebiet übernommen.

Stein des Anstosses: Der Obdachlosen-Park in der Stadt Buenos Aires.
Stein des Anstosses: Der Obdachlosen-Park in der Stadt Buenos Aires.
Keystone

Nach den tödlichen Auseinandersetzungen um einen von obdachlosen Ausländern besetzten Park in Buenos Aires hat die Polizei wieder die Kontrolle über das Gebiet übernommen. In den vergangenen Tagen waren dort vier Einwanderer getötet worden.

Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner wies die Polizei am Samstag an, den Park abzuriegeln, um die Ordnung wieder herzustellen und weitere Konflikte zu verhindern, wie ihr Kabinettschef Aníbal Fernández sagte. Hunderte Polizisten umstellten daraufhin den Park, Polizeihelikopter überflogen das Gelände.

Einwanderer als Opfer von Gewalt

Seit Tagen gehen Bewohner eines Mittelschicht-Viertels in Buenos Aires aggressiv gegen hunderte obdachlose Einwanderer aus Nachbarländern vor, die aus Protest gegen ihre Lage ein Zeltlager in einem Park aufgeschlagen haben. Vier Einwanderer fielen der Gewalt bislang zum Opfer.

Am Dienstag wurden eine Bolivianerin und ein Paraguayer bei einem Polizeieinsatz zur Räumung des Lagers im Park Indoamericano erschossen. Die Polizei habe mit scharfer Munition geschossen, sagte ein Vertreter eines Vereins, der sich für Arme und Obdachlose einsetzt.

19-Jähriger erschossen

Am Donnerstag starb ein Bolivianer bei Zusammenstössen mit Anwohnern. Am Freitag wurde nach Angaben der Rettungskräfte ein 19- Jähriger erschossen; die Polizei bestätigte diesen Vorfall bislang nicht.

Die Polizei hatte im Verlauf der Woche aufgegeben zu versuchen, den Park zu räumen. Daraufhin griffen die teilweise bewaffneten Anwohner die Obdachlosen an und zündeten deren Zelte an. Staatschefin Kirchner hatte den Einsatz der nationalen Polizei zunächst abgelehnt. In Argentinien leben rund 1,8 Millionen Bolivianer und eine ebenso grosse Zahl von Menschen aus Paraguay.

SDA/mrs

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