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Polizei klopfte schon öfters bei den Loughners an die Tür

Die Familie des Attentäters von Tucson war der Polizei offenbar schon früher aufgefallen. Schon vor dem Blutbad war sie bei ihr zu Hause. Und den Nachbarn waren die Loughners unheimlich.

Ihm wird der Prozess gemacht: Jared Lee Loughner auf einem Foto der Ermittlungsbehörde in Pima County.
Ihm wird der Prozess gemacht: Jared Lee Loughner auf einem Foto der Ermittlungsbehörde in Pima County.
Reuters
Hatte schon mehrmals Besuch von der Polizei: Hier wohnt die Familie von Jared Lee Loughner.
Hatte schon mehrmals Besuch von der Polizei: Hier wohnt die Familie von Jared Lee Loughner.
Reuters
Grosses Medieninteresse: Staatsanwalt Patrick Cunningham nach dem ersten Gerichtstermin.
Grosses Medieninteresse: Staatsanwalt Patrick Cunningham nach dem ersten Gerichtstermin.
Keystone
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Jared Loughner, der am Samstag in Tucson sechs Menschen getötet und 14 weitere verletzt hat, war der Polizei offenbar schon länger bekannt. Laut einem Bericht der «New York Times» hat die Polizei das Haus der Familie Loughner mehrmals aufgesucht – und zwar bevor sich der Amoklauf ereignete. Dies bestätigte der Sheriff von Pima County gegenüber der Zeitung.

Auslöser für die Besuche waren offenbar Anrufe, die bei der Polizei eingegangen waren. Worum es sich dabei genau handelte, ist allerdings nicht bekannt. Die Anrufe würden zurzeit analysiert, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der «New York Times». Möglicherweise handle es sich «um kleinere, vielleicht sogar triviale Angelegenheiten». Unklar sei zudem, ob Jared Loughner selber oder eines seiner Familienmitglieder bei den Vorfällen involviert gewesen sei. Sobald die Untersuchung beendet sei, würden die Ergebnisse veröffentlicht.

Schiessübungen in der Wüste

Für die «New York Times» ist damit klar, dass die Polizei schon vor dem Attentat über die Familienverhältnisse der Loughners informiert gewesen sein muss. Auch dass der mutmassliche Attentäter ein Waffennarr ist, war allgemein bekannt. So berichtete ein Bekannter, er habe sich manchmal mit dem 22-Jährigen im Ödland ausserhalb von Tucson getroffen, um auf Büchsen zu schiessen. «Er liebte es, ein Chaos zu verursachen. Möglicherweise schoss er auch deshalb auf die Menschenmenge», sagte der Freund gegenüber der amerikanischen Zeitung.

Jared habe zudem in einer Traumwelt gelebt. Er hatte offenbar das Gefühl, nichts sei real – ausser seinem Unterbewusstsein. «Er fragte mich dauernd: ‹Siehst du diesen blauen Baum?› Für ihn war der Himmel orange und das Gras blau», berichtet der Freund. Loughner sei zudem ein extremer Einzelgänger gewesen.

Familie lebte isoliert

Dasselbe berichten Nachbarn über die restliche Familie. Die Eltern hätten sich zunehmend von der Nachbarschaft isoliert, sagten sie der «New York Times». Vor allem der Vater habe paranoide Züge an den Tag gelegt, er habe sich verfolgt gefühlt. Kinder, die in der Strasse spielten, hätten sich deshalb nicht getraut, den Ball zurückzuholen, wenn dieser in den Garten der Loughners gefallen sei.

Die Familie des mutmasslichen Schützen hat sich inzwischen öffentlich zu Wort gemeldet. Es gebe keine Worte, die das ausdrücken könnten, was sie empfänden, heisst es in einer Stellungnahme der Eltern. Sie seien sehr um die Opfer des Blutbads und deren Familien besorgt.

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