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Obama würdigt Martin Luther King

In Washington wurde das Denkmal für den Bürgerrechtler eingeweiht. In seiner Rede sagte der US-Präsident, durch King sei Amerika fairer und freier geworden. Doch seine Arbeit sei noch nicht beendet.

In Stein gemeisselt: Das riesige Denkmal für den Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. in Washington. Es ist das erste Mal in der amerikanischen Geschichte, dass diese Ehre einem Afroamerikaner und Nicht-Präsident zuteil wird. (22. August 2011)
In Stein gemeisselt: Das riesige Denkmal für den Bürgerrechtler Martin Luther King Jr. in Washington. Es ist das erste Mal in der amerikanischen Geschichte, dass diese Ehre einem Afroamerikaner und Nicht-Präsident zuteil wird. (22. August 2011)
Keystone
Umstrittener Künstler: Lei Yixin wird vom chinesischen Fernsehen interviewt. Sein Werk gefällt nicht allen, da King, der die Menschen liebte, in einer ablehnenden und distanzierten Haltung dargestellt wird. (22. August 2011)
Umstrittener Künstler: Lei Yixin wird vom chinesischen Fernsehen interviewt. Sein Werk gefällt nicht allen, da King, der die Menschen liebte, in einer ablehnenden und distanzierten Haltung dargestellt wird. (22. August 2011)
Keystone
Lorraine Motel in Tennessee: Nur Minuten nach dem Schuss, der Reverend Martin Luther King Jr. auf dem Balkon tötete, wurde dieses Bild aufgenommen. (4. April 1968)
Lorraine Motel in Tennessee: Nur Minuten nach dem Schuss, der Reverend Martin Luther King Jr. auf dem Balkon tötete, wurde dieses Bild aufgenommen. (4. April 1968)
Keystone
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Gut 43 Jahre nach seinem Tod wird der schwarze Bürgerrechtler Martin Luther King mit einem gewaltigen Denkmal in der US-Hauptstadt Washington gewürdigt. Präsident Barack Obama und sein Vize Joe Biden weihten das gut neun Meter hohe Granit-Abbild vor den Augen zehntausender Zuschauer ein. «An diesem Ort wird er für alle Zeiten stehen, umgeben von Monumenten für die Gründungsväter und Verteidiger dieser Nation», sagte Obama.

King habe mit seinem Wirken einer ganzen Generation die Tür zu neuen Möglichkeiten eröffnet, sagte Obama. Durch ihn sei Amerika «fairer, freier und gerechter».

Arbeit nicht erledigt

Doch Kings Arbeit sei längst nicht erledigt, die Ungerechtigkeit und Armut in den USA noch viel zu gross. «Wir können uns nicht entmutigen lassen von dem, was ist. Wir müssen dafür kämpfen, was sein sollte», sagte der Präsident in einer energischen Rede. Das Land und die Welt müsse gerechter werden für «jedes einzelne Kind Gottes».

Die Zeremonie war bereits für den 28. August geplant gewesen, den 48. Jahrestag von Kings weltverändernder «I have a dream»-Rede in Washington, in der er seinen Traum von der Gleichbehandlung aller Menschen beschrieb.

Die Einweihung, zu der bis 300'000 Schaulustige erwartet worden waren, musste jedoch wegen des Hurrikans «Irene» abgesagt werden, der damals an der US-Ostküste tobte. Doch auch zur Ersatzveranstaltung bei strahlendem Sonnenschein machten sich nach Veranstalterangaben weitgehend schwarze 50'000 Menschen aus den ganzen USA auf den Weg.

Stars ehren King

Eine Riege amerikanischer Stars wie die Soulsängerin Aretha Franklin oder der blinde Musiker Stevie Wonder ehrten King mit bejubelten Bühnenauftritten. Auch seine Familie und Weggefährten waren bei der Feier vertreten. Das Programm bestand zudem aus Reden von Bürgerrechtlern, die aktuelle soziale Missstände anprangerten. Die «Dream»-Rede wurde noch einmal in voller Länge auf gezeigt. Der Friedensnobelpreisträger war 1968 während eines Auftritts in Memphis erschossen worden.

Das Monument war am 22. August für die Öffentlichkeit freigegeben worden und hat seitdem Touristen aus aller Welt angezogen. Die Statue aus hellem Granit steht auf einem Gelände von der Grösse mehrerer Fussballfelder mitten in der berühmten Museumszeile im Herzen der Stadt. Sie ist umgeben von zwei langen Mauern mit eingemeisselten Zitaten von King. Das Bauwerk kostete 120 Millionen Dollar und wurde aus Spenden finanziert.

Für Kritik hatte vor der Eröffnung gesorgt, dass kein Amerikaner, sondern der chinesischen Bildhauer Lei Yixin die Statue erschuf. Er sei deutlich sichtbar von seinem kommunistischen Umfeld geprägt, hiess es in Zeitungskommentaren. Vieles an dem Denkmal erinnere an Bildnisse von Stalin.

SDA/kpn

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