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Obama will Netanyahu und Erdogan ins Gebet nehmen

Die Beziehungen zwischen den einstigen Verbündeten Israel und Türkei sind auf einem Tiefpunkt angelangt. Nun wollen die mit beiden Staaten befreundeten USA vermitteln – zum Missfallen der Türken.

Strategische Freunde: Obama empfängt Erdogan im Weissen Haus. (7. Dezember 2009)
Strategische Freunde: Obama empfängt Erdogan im Weissen Haus. (7. Dezember 2009)
Keystone

Unter dem Eindruck der aggressiven türkischen Rhetorik gegenüber Israel drängt US-Präsident Barack Obama die früheren Verbündeten, ihr Verhältnis zu verbessern. «Wir haben Israel und die Türkei ermutigt, ihre Differenzen zu überbrücken», sagte der stellvertretende Sicherheitsberater Obamas, Ben Rhodes, gestern in Washington.

Obama werde den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan und dessen israelischen Kollegen Benjamin Netanyahu in der kommenden Woche am Rande der UNO-Vollversammlung in New York treffen. Am Dienstag soll Obama mit Erdogan zusammenkommen. Ein Gespräch mit Netanyahu wird für Dienstag oder Mittwoch erwartet. Die Türkei lehnt jedoch Hilfen der USA zur Lösung ihrer diplomatischen Krise mit Israel ab. «Wir brauchen keine Vermittlung», sagte Aussenminister Ahmet Davutoglu heute in einer vom Fernsehen übertragenen Auftritt vor der Presse.

Forderungen sind klar

Die Forderungen der Türkei an Israel für eine Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen seien «klar» und Washington bekannt, fügte er hinzu. Niemand solle Ankaras Ernsthaftigkeit in Frage stellen.

Das Verhältnis der Türkei und Israel ist schwer belastet. Die Türkei droht, Solidaritäts-Schiffe für Gaza von Kriegsschiffen schützen zu lassen. Hintergrund des Streits ist ein Einsatz der israelischen Armee im vergangenen Jahr, bei dem neun türkische Aktivisten getötet wurden. Sie wollten mit einem Schiff die von Israel verhängte Seeblockade gegen den von der radikalislamischen Hamas regierten Gazastreifen durchbrechen.

Die Türkei kappte unlängst Rüstungskontakte und wies den israelischen Botschafter aus, nachdem Israel eine Entschuldigung für den Armee-Einsatz abgelehnt hatte.

SDA/ami

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