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Obama fordert nach Amoklauf schärfere Waffengesetze

«Alle drei bis vier Monate kommt es zu Massentötungen mit Schusswaffen», sagte US-Präsident Barack Obama in einem Interview. Er forderte deshalb den Kongress zum Handeln auf.

«Wir müssen einige grundlegende Dinge tun»: US-Präsident Barack Obama. (17. September 2013) (Screenshot Telemundo)
«Wir müssen einige grundlegende Dinge tun»: US-Präsident Barack Obama. (17. September 2013) (Screenshot Telemundo)

Nach dem Amoklauf auf einem Marine-Stützpunkt in Washington hat US-Präsident Barack Obama den Kongress in einem TV-Interview aufgefordert, schärfere Waffengesetze zu verabschieden. Er sei besorgt, weil es inzwischen alle drei oder vier Monate «schreckliche Massentötungen durch Schusswaffen» gebe.

Es sei wie in einem «Ritual», sagte Obama in einem Interview mit dem spanischsprachigen TV-Sender Telemundo: «Alle äussern verständlichen Schrecken. Wir umarmen die Familien - und sind doch nicht bereit, einige grundlegende Dinge zu tun.»

Obama hatte nach dem Massaker im vergangenen Dezember an einer Grundschule in Newtown einen neuen Anlauf genommen, schärfere Waffengesetze durchzusetzen. Die Reform sah unter anderem eine schärfere Überprüfung von Waffenkäufern und ein Verbot von Sturmgewehren vor. Doch sein Vorhaben war im April im Kongress gescheitert.

Obama betonte, «die überwiegende Mehrheit» der US-Bürger sei für eine vernünftige Reform der Schusswaffengesetzgebung. «Letztlich ist das etwas, wo der Kongress handeln muss.» Er habe das in seiner Macht stehende getan. «Die nächste Phase ist nun, dass der Kongress vorwärts geht und sich bewegt.»

Sicherheit wird überprüft

Obama ordnete eine Überprüfung der Sicherheitsstandards für externe Mitarbeiter in US-Bundeseinrichtungen an. Im Kongress sollen Vertreter der Sicherheitsbehörden angehört werden.

Das Pentagon traf zudem erste Vorkehrungen für eine Überprüfung aller US-Militäreinrichtungen weltweit. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel wolle die Sicherheitsvorkehrungen sowie den Zugang zu Stützpunkten unter die Lupe nehmen lassen, sagte ein Ministeriumsvertreter. Hagel hole derzeit bei ranghohen Mitarbeitern Vorschläge ein, um den Rahmen der Überprüfung festzulegen.

Zuvor hatte die US-Marine erklärt, die Sicherheitsmassnahmen in ihren Einrichtungen auf den Prüfstand zu stellen. Dabei soll zunächst die Einhaltung der geltenden Regeln untersucht werden. In einem zweiten Schritt soll dann kontrolliert werden, ob die bestehenden Sicherheitsstandards ausreichend und wirksam sind.

Todesschütze mit Vorgeschichte

Mehrere Kongressabgeordnete kritisierten, dass der Todesschütze Aaron Alexis angesichts seiner Vorgeschichte Zugang zu militärischen Einrichtungen gehabt habe. Während seiner Zeit in der Marine war er mehrfach disziplinarisch belangt worden. Bei der Polizei war der 34-Jährige wegen Zwischenfällen mit Schusswaffen aktenkundig.

Ausserdem soll Alexis US-Medienberichten zufolge wegen psychischer Probleme beim Veteranenministerium um Hilfe gebeten haben. Alexis war bei einer Firma angestellt, die im Auftrag des Computerkonzerns Hewlett-Packard bei der Marine die PC-Ausstattung erneuerte. Als externer Mitarbeiter hatte er einen gültigen Ausweis für den Stützpunkt.

Alexis hatte am Montag zwölf Menschen auf einem Marine-Stützpunkt in der US-Hauptstadt getötet, ehe er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst tödlich getroffen wurde.

sda/AP/chk

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