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«Obama feiert die USA, vor allem aber sich selbst»

Trotzig, kämpferisch und kurz: Was die internationale Presse über Barack Obamas Rede zur Lage der Nation schreibt.

Obamas grosser Auftritt: Eine Presseschau.
Obamas grosser Auftritt: Eine Presseschau.

Seine sechste Rede zur Lage der Nation widmete Barack Obama gestern dem Thema Neuanfang. Der Grundton des US-Präsidenten war dabei durchwegs optimistisch. Nach Jahren wirtschaftlicher Probleme, Terrorismus und langatmigen Kriegen sei das Land aus dem Schatten der Krise getreten, erklärte er vor dem Kongress in Washington. Es sei Zeit, die Seite umzublättern.

Wenige Minuten nachdem Obama vom Podest getreten war, berichteten die internationalen Medien über das Auftreten, die Gestik und die Wortwahl des mächtigsten Mannes der Welt. Die «New York Times» betitelt den traditionellen Auftritt als «trotzig». Obama habe eine breite Palette an ambitionierten Vorhaben für seine beiden letzten Jahre im Amt angekündigt, schreibt das Onlineportal der Zeitung. Zum selben Wort greift der britische «Guardian». Obama wolle den mehrheitlich gegen ihn eingestellten Senat auf seine «kompromisslose Vision eines gleicheren Amerika einschwören».

Rede zur Lage der Nation: US-Präsident Barack Obama spricht zum Kongress. (20. Januar 2015)
Rede zur Lage der Nation: US-Präsident Barack Obama spricht zum Kongress. (20. Januar 2015)
Reuters
«Die Schatten der Krise sind hinter uns»: US-Präsident Obama vor dem Kongress. (20. Januar 2015)
«Die Schatten der Krise sind hinter uns»: US-Präsident Obama vor dem Kongress. (20. Januar 2015)
Reuters
Polizisten und Sicherheitsleute sperren das Capitol ab. (20. Januar 2015)
Polizisten und Sicherheitsleute sperren das Capitol ab. (20. Januar 2015)
Keystone
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Wenig beeindruckt von Obamas kämpferischen Worten zeigt sich das «Wall Street Journal». Der US-Präsident habe mit seinem Versprechen, ihre finanzielle Situation zu verbessern, vor allem die Mittelschicht ansprechen wollen, heisst es in der Analyse zur Rede. «Entspannt wie lange nicht», wertet die deutsche «Zeit» Obamas Auftritt. «Obama feiert die USA – aber vor allem sich selbst», schreibt das Portal. Der US-Präsident habe die Gunst der Stunde genutzt, um seine Erfolge vorzuführen.

Für «Spiegel online» war Obamas «Solo-Show» der Versuch eines Comeback im letzten Viertel seiner Amtszeit. Mit seinen Worten habe der Präsident keineswegs den Kongress erreichen wollen. Vielmehr sei es darum gegangen, die rund 30 Millionen Amerikaner per TV für sich zu gewinnen.

Nicht auf den Inhalt, sondern auf die Länge der Rede achtete das «National Journal». Demnach handelte es sich bei der diesjährigen Ansprache – sie dauerte 59 Minuten – um die zweitkürzeste Rede in Obamas Amtszeit.

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