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«Nur dank Folter wurde Bin Laden gefunden»

Brutal und wirkungslos, so lautet die Kritik an den Verhörmethoden der CIA. Jetzt wehren sich die Agenten.

Ein Bericht des US-Senats belegt massive Menschenrechtsverletzungen: Ein Demonstrant nach simuliertem Waterboarding. (5. November 2007)
Ein Bericht des US-Senats belegt massive Menschenrechtsverletzungen: Ein Demonstrant nach simuliertem Waterboarding. (5. November 2007)
Kevin Lamarqu, Reuters
Gefangene der CIA sollen unter anderem in einer Militärbasis in einem Wald bei Kiejkuty in Nordostpolen gefoltert worden sein: Ein Stacheldrahtzaun und ein Tor verwehren den Zutritt zur militärischen Sperrzone. (24. Januar 2014)
Gefangene der CIA sollen unter anderem in einer Militärbasis in einem Wald bei Kiejkuty in Nordostpolen gefoltert worden sein: Ein Stacheldrahtzaun und ein Tor verwehren den Zutritt zur militärischen Sperrzone. (24. Januar 2014)
Kacper Pempel, Reuters
In der Kritik steht die CIA auch für ihre Beteiligung an Drohnenangriffen in Afghanistan, Pakistan und im Jemen: Demonstranten vor dem CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia. (29. Juni 2013)
In der Kritik steht die CIA auch für ihre Beteiligung an Drohnenangriffen in Afghanistan, Pakistan und im Jemen: Demonstranten vor dem CIA-Hauptquartier in Langley, Virginia. (29. Juni 2013)
Reuters
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Frühere Agenten der CIA haben den Senatsbericht über die Folterverhöre des US-Geheimdienstes scharf kritisiert und ihr Vorgehen gerechtfertigt. Der Report enthalte «Fehler» hinsichtlich Fakten und Interpretation der CIA-Arbeit und widerspreche «der Realität», erklärte eine Gruppe früherer Agenten am Dienstag auf der Internetseite CIASavedLives.com (Die CIA hat Leben gerettet). Der damalige Präsident George W. Bush soll indes erst 2006 von den Praktiken erfahren haben.

Die umfangreiche Internetseite ging als Reaktion auf den Untersuchungsbericht des Senats online, der am Dienstag nach langem Ringen zwischen Parlament und Geheimdiensten veröffentlicht worden war. Die früheren Agenten holten nun zum Gegenschlag aus: Mit dem CIA-Programm hätten nicht nur ranghohe Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida gefangen genommen werden können, hiess es auf der Internetseite. Es habe auch dabei geholfen, Terrorchef «Osama bin Laden zu finden».

Bush hat sich unwohl gefühlt

Die CIA-Vertreter hinter der Website betonten ausserdem, dass das Weisse Haus und das US-Justizministerium von Beginn an eingebunden gewesen seien. So erklärte der frühere CIA-Chef George Tenet dort, dass der Präsident das Programm geleitet habe. Auch die Führung im Kongress sei «regelmässig und genau» über das Vorgehen der CIA unterrichtet worden.

In dem Bericht des Senats hiess es hingegen, Bush habe erst im April 2006 von den Verhörmethoden erfahren. Der Präsident habe sich damals unwohl gefühlt, als er das Bild eines «an die Decke geketteten Gefangenen in Windeln» zu sehen bekommen habe, hiess es.

Die 500-seitige Zusammenfassung des Senatsberichts (zum Bericht) gibt der Öffentlichkeit erstmals einen detaillierten Einblick, wie die CIA unter der Regierung von Präsident Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 ein weltweites System von Geheimgefängnissen aufbaute. Dort wurden mutmassliche Al-Kaida-Anhänger in einem praktisch rechtsfreien Raum festgehalten und brutal verhört.

AFP/ldc

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