Nun geht auch in Las Vegas das Gras legal über den Tisch

Lange Schlangen bilden sich an den Verkaufsstellen in der Metropole, an denen sich Einwohner und Touristen erstmals ganz legal ihre Drogen besorgen können.

Legale Drogen: Bei dieser Verkaufsstelle in Las Vegas bilden sich lange Schlangen. (Video: Tamedia/AP)

In Nevada und damit auch in der Touristen-Metropole Las Vegas ist heute der legale Kauf und Verkauf von Marihuana erlaubt. Hunderte nutzten am Morgen die erste Gelegenheit, um sich mit jeweils bis zu 28 Gramm der Droge einzudecken, es bildeten sich teils lange Schlangen. Nevada ist nach Colorado, Oregon, Washington und Alaska der fünfte Staat der USA, der Marihuana für den Eigengebrauch und auch für nicht-medizinische Zwecke legalisiert hat.

Die Wähler in Nevada hatten im vergangenen November für die Legalisierung gestimmt. Am Samstag kurz nach Mitternacht gingen dann die ersten Marihuana-Döschen über die Ladentische. Als Kirsten Deneal an die Reihe kam, war der Laden allerdings schon geschlossen. Die 57-Jährige setzte sich stattdessen um 5:45 Uhr morgens mit einem Klappsessel vor ein anderes Geschäft, das erst um 9:00 Uhr aufmachte und wartete dort mit anderen Käufern. Sie sagte, ihr helfe das Marihuana bei ihren Gesundheitsproblemen und ihrem stressigen Job in einer Bank und jetzt könne sie es endlich legal kaufen. Sie und andere brachen in Jubel aus, als sich endlich die Türen zum Laden öffneten.

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Jeder über 21 mit einem gültigen Ausweis darf nun in Nevada eine Unze (rund 28 Gramm) Marihuana kaufen, allerdings darf es nur in den eigenen vier Wänden geraucht werden und nicht auf öffentlichen Plätzen wie dem Las Vegas Strip oder den Casinos oder Bars der Metropole. In einem solchen Fall drohen Strafen von 600 Dollar. Es wird trotz solcher Einschränkungen davon ausgegangen, dass zwei Drittel der Käufe auf Touristen entfallen werden.

Boom erwartet

Wegen der Millionen Besucher, die jedes Jahr nach Las Vegas pilgern, dürfte Nevada bald der ertragreichste, legale US-Markt für Marihuana sein. Neue Unternehmen schossen nach der Legalisierung aus dem Boden und bereiteten sich intensiv auf den Verkauf vor. Die Firma Desert Grown Farms stellte innerhalb kürzester Zeit 60 Mitarbeiter ein, die das Wachstum der Marihuana-Pflanzen kontrollierten, es in Dosen abfüllten und diese mit Etiketten versahen.

Hohe Beschränkungen gibt es auch dafür, wo für die Marihuana-Läden geworben werden darf. Eine Reihe von Anbietern versuchten deshalb, über Facebook ihre Käufer anzulocken. Einige veranstalten Partys mit Gratis-Drogen für die ersten 100 Gäste. In den USA haben die einzelnen Staaten bei Wählerentscheidungen wie der Legalisierung von Marihuana weitgehend freie Hand. Auf Bundesebene ist die Droge nach wie vor verboten. Neben jenen Staaten, die es nun frei verkaufen, gibt es auch mehrere, die es für medizinische Zwecke erlauben, etwa bei Angstzuständen oder für Schmerzpatienten. Dafür brauchen die Käufer in diesen Staaten aber ein ärztliches Rezept.

nag/dapd

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