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«Das wäre sehr gefährlich»

Aufruf zu Gewalt? Hillary Clintons Leibwächter sollten ihre Waffen niederlegen, fordert Donald Trump. «Lasst uns sehen, was ihr passiert.»

Der Immobilienmogul behauptet, dass Clinton das Recht auf Tragen einer Waffe kassieren wolle: Donald Trump bei einer Rede in Miami, Florida. (16. September 2016)
Der Immobilienmogul behauptet, dass Clinton das Recht auf Tragen einer Waffe kassieren wolle: Donald Trump bei einer Rede in Miami, Florida. (16. September 2016)
Joe Raedle, AFP

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat nach umstrittenen Äusserungen zum Waffenbesitz bei einem Wahlkampfauftritt in Miami nachgelegt. In seiner Rede wiederholte er zunächst seine Forderung, die Waffen der Secret-Service-Agenten seiner Rivalin Hillary Clinton zu konfiszieren. Dann fügte Trump hinzu: «Nehmt ihnen die Waffen weg, sie will ja keine Waffen. Nehmt ihnen – und lasst uns sehen, was ihr passiert. Nehmt ihnen die Waffen weg. Okay, das wäre sehr gefährlich.»

Der Immobilienmogul behauptet seit längerem, dass Clinton das im Zweiten Verfassungszusatz verankerte Recht auf Tragen einer Waffe kassieren wolle. Die Demokratin jedoch macht sich angesichts der grassierenden Schusswaffengewalt in den USA für eine striktere Waffenkontrolle stark.

«Inakzeptables Verhalten »

Was Trump mit seiner Äusserung vom Freitag genau meinte, war zunächst unklar. Sein Wahlkampfteam reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Aufklärung.

Doch Clintons Team reagierte prompt. Bei Trump gebe es «ein Muster, Menschen zu Gewalt anzustacheln», teilte ihr Sprecher Robby Mook am Freitagabend mit. Ob dies nun geschehe, um auf einer Kundgebung Protestler zu provozieren oder nur beiläufig oder sogar als Witz gemeint sei, so handele es sich doch um ein inakzeptables Verhalten von jemandem, der den Job des Oberkommandierenden anstrebe. Der Secret Service wollte sich nicht zu Trumps Worten äussern.

Seine jüngsten Einlassungen weckten Erinnerungen an eine Kundgebung in North Carolina im August. Dort hatte Trump erklärt, die Wähler könnten nichts tun, wenn Clinton erst einmal Befürworter strengerer Waffengesetze als Richter in den Obersten Gerichtshof berufen habe. Dann schob er mehrdeutig hinterher: «Obwohl – es gibt die Leute des Zweiten Verfassungszusatzes, vielleicht gibt es da doch etwas. Ich weiss es nicht.»

Viele Demokraten zeigten sich entrüstet und verstanden Trumps Äusserung als Aufruf zu einem Attentat auf Clinton. Trump wies den Vorwurf vehement zurück und erklärte, er habe die Macht der Wähler gemeint. Das habe jeder im Publikum sofort verstanden.

Forderungen an Kuba

Auf Wahlkampftour im Süden Floridas, wo viele Amerikaner kubanischer Herkunft leben, kündigte Trump an, die von Präsident Barack Obama angestossene Normalisierung der US-Beziehungen zu Kuba im Falle seines Wahlsiegs wieder kassieren zu wollen – es sei denn, der Karibikstaat befolge bestimmte «Forderungen», etwa religiöse und politische Freiheit für das kubanische Volk und die Befreiung aller politischer Häftlinge. Dabei hatte Trump sich früher für eine Normalisierung der Beziehungen zu Kuba ausgesprochen und nur eingewendet, die USA hätten eine bessere Bedingungen aushandeln sollen.

Vor Veteranen in Washington hatte Trump zuvor eine weitere politische Kehrtwende vollführt. Er rückte von der These ab, dass Obama kein gebürtiger Amerikaner sei und damit auch kein Anrecht auf das Präsidentenamt habe. Trump galt jahrelang als einer der prominentesten Vertreter der sogenannten «Birther», die Obamas Geburt in den USA anzweifeln.

SDA/kat

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