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Milliarden-Zahlung oder Staatsbankrott

Venezuela hat nur noch bis am Montag Zeit, Schulden in Milliardenhöhe zurückzuzahlen. Erste Millionen sind bereits heute fällig.

Unter Bedrängnis: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro an einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Caracas am 17. Oktober 2017.
Unter Bedrängnis: Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro an einer Pressekonferenz im Präsidentenpalast in Caracas am 17. Oktober 2017.
Federico Parra, AFP

Das tief in der Krise steckende Venezuela muss bis Montag Schulden in Milliardenhöhe zurückzahlen - ansonsten droht der Staatsbankrott. Am Freitag sind 81 Millionen Dollar fällig, am Montag weitere 200 Millionen Dollar.

In New York wollte sich am Freitag eine Gruppe von Gläubigern versammeln, um zu entscheiden, ob eine überfällige Rückzahlung von knapp 1,2 Milliarden Dollar auf eine vom staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA ausgegebene Anleihe als Zahlungsausfall gewertet wird.

Die Regierung von Präsident Nicolas Maduro hatte vor einer Woche angekündigt, die 1,161 Milliarden Dollar würden zurückgezahlt. Die Gläubiger haben aber bislang kein Geld erhalten.

Die International Swaps and Derivatives Association (ISDA) hat die Gläubiger daher für Freitag zusammengerufen. Sie könnten den Zahlungsausfall bestätigen oder ein weiteres Treffen vereinbaren, teilte eine ISDA-Sprecherin mit. Die Ratingagenturen Fitch, S&P und Moody's haben die Kreditwürdigkeit des Landes deswegen bereits auf eine Stufe über der Zahlungsunfähigkeit herabgestuft.

Schwere Wirtschaftskrise

Venezuela ist mit geschätzten 155 Milliarden Dollar bei ausländischen Gläubigern verschuldet. Die Devisenreserven sind auf 9,7 Milliarden Dollar zusammengeschmolzen.

Das lateinamerikanische Land steckt in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Sie wird verschärft durch die Sanktionen, die US-Präsident Donald Trump im August gegen das Land verhängt hat und die am Donnerstag noch einmal verschärft worden waren. Trump untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Betroffen ist davon auch PDVSA.

Ölverkäufe bilden das Fundament der venezolanischen Wirtschaft und stehen für 95 Prozent der Exporte. Die Einnahmen sind wegen fallender Erdölpreise aber deutlich zurückgegangen.

Neue Sanktionen

Am Donnerstag verhängten die USA zudem Strafmassnahmen gegen weitere venezolanische Amtsträger. Auch die EU will am Montag Strafmassnahmen gegen Venezuela beschliessen.

In dem Land tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet.

SDA/sep

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