Lieber UNO- als Koranschulen

Trumps Entscheid, das Palästinenser-Hilfswerk nicht mehr zu unterstützen, ist gefährlich.

Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen.

Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen.

(Bild: Reuters Nabil Mounzer)

Christof Münger@ChristofMuenger

Keine Dollars mehr für die Palästinenser: US-Präsident Donald Trump hat dem UNO-Hilfswerk UNRWA die Hilfsgelder gestrichen. Er will damit die Politik stoppen, gemäss der die Nachkommen jener 700'000 Palästinenser, die nach der Gründung Israels 1948 ihre Heimat verloren haben, ebenfalls als Flüchtlinge gelten. Das sind heute 5 Millionen Staatenlose, die niemand will.

Die Palästinenser pochen daher auf ein Rückkehrrecht, was – so Trumps Sicht – einen Nahost-Deal verunmöglicht. (Zur Erinnerung: Auch für den Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis ist das Hilfswerk UNRWA ein «Hindernis für den Frieden».) Tatsächlich ist es unrealistisch, dass alle Palästinenser nach Israel zurückkehren. Ein – sehr hypothetisches – Friedensabkommen müsste jedoch eine symbolische Geste zur Flüchtlingsfrage enthalten. Doch selbst davon will Israel nichts wissen und Trump deshalb auch nicht. Nur – 5 Millionen Palästinenser können sich nicht in Luft auflösen. Sie leben in Lagern im Gazastreifen, im besetzten Westjordanland sowie im Libanon, in Jordanien und in Syrien.

Insgesamt profitiert eine halbe Million Palästinenser-Kinder.

Umso wichtiger ist es, dass sie eine minimale Perspektive erhalten. Das gelingt am ehesten via Bildung, dem grössten Budgetposten der UNRWA. Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen. Insgesamt profitiert eine halbe Million Palästinenser-Kinder – sie zählen zu den am besten ausgebildeten in einer Region, in der Jugendliche oft nicht unterrichtet, sondern indoktriniert werden.

Offenbar sind nun Saudiarabien, die Türkei oder Katar bereit, für die USA einzuspringen – alles Staaten, die keine Berührungsängste zu Islamisten haben. Fehlt nur der Iran. Bisher konnte mit den UNO-Schulen der Gehirnwäsche von Terrorsekten wie der Hamas oder dem Islamischem Jihad etwas entgegensetzt werden, nur schon dadurch, dass die Hälfte aller Schüler Mädchen sind. Mutieren die UNO-Schulen jedoch zu Koranschulen, steht bald die nächste Generation an gewaltbereiten Palästinensern bereit. Allerdings werden sie dann viel zahlreicher sein als bisher.

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