Lieber UNO- als Koranschulen

Trumps Entscheid, das Palästinenser-Hilfswerk nicht mehr zu unterstützen, ist gefährlich.

Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen.

Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen. Bild: Nabil Mounzer/Reuters

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Keine Dollars mehr für die Palästinenser: US-Präsident Donald Trump hat dem UNO-Hilfswerk UNRWA die Hilfsgelder gestrichen. Er will damit die Politik stoppen, gemäss der die Nachkommen jener 700'000 Palästinenser, die nach der Gründung Israels 1948 ihre Heimat verloren haben, ebenfalls als Flüchtlinge gelten. Das sind heute 5 Millionen Staatenlose, die niemand will.

Die Palästinenser pochen daher auf ein Rückkehrrecht, was – so Trumps Sicht – einen Nahost-Deal verunmöglicht. (Zur Erinnerung: Auch für den Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis ist das Hilfswerk UNRWA ein «Hindernis für den Frieden».) Tatsächlich ist es unrealistisch, dass alle Palästinenser nach Israel zurückkehren. Ein – sehr hypothetisches – Friedensabkommen müsste jedoch eine symbolische Geste zur Flüchtlingsfrage enthalten. Doch selbst davon will Israel nichts wissen und Trump deshalb auch nicht. Nur – 5 Millionen Palästinenser können sich nicht in Luft auflösen. Sie leben in Lagern im Gazastreifen, im besetzten Westjordanland sowie im Libanon, in Jordanien und in Syrien.

Insgesamt profitiert eine halbe Million Palästinenser-Kinder.

Umso wichtiger ist es, dass sie eine minimale Perspektive erhalten. Das gelingt am ehesten via Bildung, dem grössten Budgetposten der UNRWA. Allein im Gazastreifen besuchen laut UNO 240'000 Kinder eine der mehr als 600 UNRWA-Schulen. Insgesamt profitiert eine halbe Million Palästinenser-Kinder – sie zählen zu den am besten ausgebildeten in einer Region, in der Jugendliche oft nicht unterrichtet, sondern indoktriniert werden.

Offenbar sind nun Saudiarabien, die Türkei oder Katar bereit, für die USA einzuspringen – alles Staaten, die keine Berührungsängste zu Islamisten haben. Fehlt nur der Iran. Bisher konnte mit den UNO-Schulen der Gehirnwäsche von Terrorsekten wie der Hamas oder dem Islamischem Jihad etwas entgegensetzt werden, nur schon dadurch, dass die Hälfte aller Schüler Mädchen sind. Mutieren die UNO-Schulen jedoch zu Koranschulen, steht bald die nächste Generation an gewaltbereiten Palästinensern bereit. Allerdings werden sie dann viel zahlreicher sein als bisher. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.09.2018, 20:19 Uhr

Artikel zum Thema

Cassis provoziert UNO-Intervention in Bern

SonntagsZeitung Empörte Diplomaten, ein irritierter Hilfswerks-Chef: Aussenminister Ignazio Cassis löst eine Nahost-Affäre aus. Mehr...

Trump betreibt Nahost-Politik mit der Brechstange

Der US-Präsident will Jerusalem als Israels Hauptstadt akzeptieren. Ein Schritt, der die gesamte arabische Welt in Aufruhr zu versetzen droht. Mehr...

Er ist eine der wichtigsten Figuren in Trumps Machtpoker

Morgen beginnen im US-Senat die Bestätigungsanhörungen für Brett Kavanaugh. Er soll die konservative Mehrheit am Obersten Gericht garantieren. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Werbung

Kulturell interessiert?

Bizarre Musikgenres, Blick in Bücherkisten und das ganze Theater. Alles damit Sie am Puls der Zeit bleiben.

Kommentare

Abo

Das digitale Monatsabo für Leser.

Nutzen Sie den «Bund» digital ohne Einschränkungen. Für nur CHF 32.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...