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Kolumbien hat einen neuen Präsidenten

Juan Manuel Santos hat seinen Amtseid abgelegt. Er will die Arbeit seines beliebten Vorgängers fortsetzen.

Journalist und Ökonom: Santos bei seiner Vereidigung am Samstag in Bogotá.
Journalist und Ökonom: Santos bei seiner Vereidigung am Samstag in Bogotá.

Der neue kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos hat am Samstag in Bogotá seinen Amtseid abgelegt. Der Mitte-rechts-Politiker Santos tritt die Nachfolge von Alvaro Uribe an, der Kolumbien acht Jahre lang regierte.

Santos versprach, Uribes Politik fortzusetzen. Zu seiner Vereidigung bei regnerischem Wetter auf dem Bolivar-Platz in Bogotá kamen mehrere tausend Gäste aus dem In- und Ausland. Der 58 Jahre alte ehemalige Journalist und Ökonom war zuvor Verteidigungsminister des lateinamerikanischen Landes.

Als Uribes grösste Leistung gilt die Wiederherstellung der Sicherheit in Kolumbien im Kampf gegen die linke FARC-Guerilla. Auf Santos kommt die schwierige Aufgabe zu, jetzt die Ursachen der Gewalt zu beseitigen, um dem Land auch inneren Frieden zu bescheren.

Dauerkonflikt mit den Nachbarn

Ausserdem wird erwartet, dass Santos versuchen wird, die Beziehungen zu den Nachbarn Ecuador und Venezuela zu verbessern. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez befand sich in einem Dauerkonflikt mit Uribe.

Vor wenigen Tagen warf Chávez dem Kolumbianer vor, gemeinsam mit den USA einen Krieg gegen sein Land vorzubereiten, und brach deshalb die Beziehungen zu Kolumbien ab. Zudem beorderte Chávez weitere Truppen an die Grenze zu Kolumbien.

Klage gegen Chávez

Erst am Freitag hatte wiederum Uribe als eine seiner letzten Amtshandlungen eine Klage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Chávez beim Internationalen Strafgerichtshof eingereicht. Hintergrund sind die Vorwürfe Kolumbiens, dass Venezuela 1500 FARC- Guerilleros Unterschlupf gewähre.

Uribe beauftragte zudem seinen Anwalt nach dessen Angaben, den venezolanischen Staat beim Interamerikanischen Gerichtshof für Menschenrechte anzuzeigen, weil dieser auf seinem Territorium den Aufenthalt «Terroristen» dulde.

Ecuadors Präsident in Bogotá

Chávez kam nicht zur Vereidigung nach Bogotá und schickte seinen Aussenminister Nicolás Maduro. Dieser sagte bei der Ankunft, er sei im Auftrag von Chávez mit den besten Absichten gekommen, um die Weichen für eine gute Zukunft zu stellen.

Dagegen reiste Ecuadors Präsident Rafael Correa zu Santos' Vereidigung an. Ecuador hatte im März 2008 die diplomatischen Beziehungen zu Bogotá abgebrochen, nachdem die kolumbianische Armee ein Lager der FARC-Rebellen auf ecuadorianischem Gebiet bombardiert hatte. Im November 2009 entspannten sich die Beziehungen durch die Ernennung von Geschäftsträgern im jeweils anderen Land wieder.

SDA/oku

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