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Koch von Bin Laden verurteilt

Mit dem früheren Koch von Terroristenchef Osama bin Laden ist erstmals während der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama ein Insasse des US-Gefangenenlagers Guantánamo verurteilt worden.

Sein Strafmass blieb geheim: Ibrahim Mohammed Al-Qosi (l.).
Sein Strafmass blieb geheim: Ibrahim Mohammed Al-Qosi (l.).
Keystone

Das von einer Militärrichterin gegen Ibrahim Mohammed Al-Qosi verhängte Strafmass blieb aus Sicherheitsgründen allerdings geheim, wie die «Washington Post» am Montag online berichtete. Der 50-jährige Al-Qosi hatte im Juli zugegeben, Ende der 1990er Jahre Osama bin Laden in afghanischen Al-Kaida-Lagern unterstützt zu haben. Durch dieses Schuldbekenntnis hatte der Sudanese einen Prozess vor einem Militärtribunal vermieden.

Al-Qosi war 2001 in Afghanistan festgenommen worden und ist seit 2002 in Guantánamo. Der Sudanese soll Bin Laden auch als Fahrer und Leibwächter gedient haben. Das gegen ihn verhängte Strafmass solle erst nach seiner Freilassung veröffentlicht werden, hiess es. Es werde im Interesse der Sicherheit des Verurteilten sowie der USA geheim gehalten.

Im Alter von 15 Jahren gefangen genommen

Derweil sollte am Dienstag in dem umstrittenen Gefangenenlager auf Kuba der erste Prozess gegen einen Terrorverdächtigen während der Amtszeit Obamas beginnen. Angeklagt ist der jüngste Guantánamo- Insasse, der heute 23-Jährige Omar Khadr. Dem gebürtigen Kanadier wird angelastet, 2002 einen US-Soldaten während eines Gefechts in Afghanistan getötet zu haben.

Omar Khadr war im Alter von 15 Jahren in Afghanistan gefangen genommen worden. Das Schicksal des «Kindersoldaten» wird scharf von US-Bürgerrechtlern beobachtet, die das Gefängnis als menschenrechtswidrig kritisieren - unter anderem, weil Geständnisse von Verdächtigen unter Folter zustande kamen.

Obama musste Schliessung verschieben

Der zuständige Richter entschied am Montag jedoch, dass die von Khadr in Gefangenschaft gemachten Aussagen verwerten werden können. Militärrichter Patrick Parrish wies einen Antrag von Khadrs Anwalt auf Nichtberücksichtigung der Aussagen zurück. Dieser hatte darauf verwiesen, dass der Kanadier zum Zeitpunkt seines «Geständnisses» erst 15 Jahre alt war. Ausserdem sei Khadr mit Schlafentzug sowie Mord- und Vergewaltigungsdrohungen gefügig gemacht worden.

Präsident Obama hatte das umstrittene Gefangenenlager eigentlich schon im Januar schliessen wollen, musste den Termin dann aber wegen ungeklärter Fragen über den weiteren Verbleib der Insassen verschieben.

SDA/sam

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