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Kirchner hat doch nicht Krebs

Bei der argentinischen Präsidentin war im Dezember Krebs diagnostiziert worden. Nach einer Operation an der Schilddrüse konnten die Ärzte Entwarnung geben. Kirchner erholt sich nun von der Operation.

War im Dezember in ihre zweite Amtszeit vereidigt worden: Cristina Kirchner.
War im Dezember in ihre zweite Amtszeit vereidigt worden: Cristina Kirchner.
Keystone

Erst der Schrecken für ihre Landsleute, nun die Entwarnung: Argentiniens Präsidentin Cristina Kirchner hat entgegen einer ersten Diagnose offenbar doch nicht Krebs. Bei einer abschliessenden Untersuchung nach einer Operation an der Schilddrüse seien keine Krebszellen gefunden worden, sagte Kirchners Sprecher Alfredo Scoccimarro am Samstag.

Zwar habe die Präsidentin Knötchen in beiden Lappen der Schilddrüse gehabt, doch seien diese gutartig gewesen, sagte Scoccimarro weiter. Kirchner befinde sich «in einem optimalen Zustand», deshalb hätten die Ärzte die 58-Jährige nach Hause entlassen. Nach dem Eingriff in einer Privatklinik in Pilar etwa 50 Kilometer nördlich der Hauptstadt Buenos Aires erholt sich Kirchner demnach nun in ihrer Residenz in dem Vorort Olivas. Sie war am Mittwoch dreieinhalb Stunden lang operiert worden, um die verdächtigen Knoten zu entfernen. Nach der neuen Diagnose hätten die Ärzte entschieden, dass eine Behandlung mit Radiojod nicht mehr nötig sei, sagte der Präsidentensprecher.

Hunderte Menschen vor dem Spital

Bei einer Routine-Untersuchung Ende Dezember war bei Kirchner Schilddrüsenkrebs diagnostiziert worden, nur wenige Tage nachdem sie für eine zweite Amtszeit vereidigt worden war. Die Nachricht hatte viele Argentinier schockiert. Seit die Präsidentin am Dienstag für die Operation im Krankenhaus war, versammelten sich hunderte Menschen davor und warteten auf Nachrichten. Jedes Mal, wenn ein Sprecher eine positive medizinische Meldung verlas, brach die Menge in Jubelrufe aus. Auf Plakaten sprachen ihre Anhänger der Staatschefin Mut zu.

Experten zufolge kann eine solche Entwarnung nach einer ursprünglichen Krebsdiagnose durchaus vorkommen. Dies könne in einem Fall wie Kirchners «manchmal geschehen», sagte der Chirurg Ernesto Ibarra Puente. Die Ursprungsdiagnose sei aufgrund einer Papillärzelle erstellt worden, daraufhin habe sich der Chirurg, ein renommierter Spezialist, zur Operation entschieden. Eine zweite Biopsie habe nichts Auffälliges ergeben, aber ein Eingriff sei dennoch notwendig gewesen, «weil es Mikro-Karzinome geben könnte, und man nicht 80 Biopsien machen kann».

Bestes Wahlergebnis seit 1983

Schon Ende Dezember war bekannt gegeben worden, dass Vize-Präsident Amado Boudou bis zum 24. Januar die Amtsgeschäfte führt. Kirchner hatte bei der Präsidentschaftswahl im Oktober im ersten Durchgang mehr als 54 Prozent der Stimmen erhalten. Es war das beste Ergebnis, das ein Staatschef seit dem Ende der Militärdiktatur in Argentinien im Jahr 1983 erzielt hatte.

Die Juristin steht in der Tradition der peronistischen Partei des Ex-Präsidenten Juan Perón und seiner populistischen Frau Evita. Kirchners Ehemann Néstor war in den Jahren 2003 bis 2007 Staatschef Argentiniens. Er starb am 27. Oktober 2010 im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt. Bis heute ist Cristina Kirchner stets schwarz gekleidet.

AFP/kpn

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