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Iran will IS nicht bedingungslos bekämpfen

In einem New Yorker Hotel trafen sich die Aussenminister der USA und des Iran. Dabei soll Mohammed Jawad Sarif ein Zugeständnis im Atomstreit gefordert haben.

«Man gibt etwas, man bekommt etwas»: Irans Aussenminister Mohammed Jawad Sarif. (Archivbild)
«Man gibt etwas, man bekommt etwas»: Irans Aussenminister Mohammed Jawad Sarif. (Archivbild)
Reuters

US-Aussenminister John Kerry hat mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Jawad Sarif über «die Bedrohung» durch die Jihadistenorganisation Islamischer Staat gesprochen. Nach Insiderinformationen verlangt Iran als Zugeständnis ein Entgegenkommen im Atomstreit.

Die beiden Minister kamen laut Diplomaten am Sonntag in einem New Yorker Hotel zusammen. Die USA und der Iran unterhalten seit 34 Jahren keine diplomatischen Beziehungen mehr. Seit dem Amtsantritt des moderaten Präsidenten Hassan Rohani im August vergangenen Jahres hat sich das Verhältnis zwischen Washington und Teheran aber deutlich entspannt.

Die USA hatten in den vergangenen Tagen ihren Wunsch geäussert, mit dem Iran über den Kampf gegen die IS-Jihadisten in Syrien und im Irak zu sprechen. Bei dem mehr als einstündigen Treffen sei es auch um den Stand der Atomverhandlungen zwischen der 5 1-Gruppe und Teheran gegangen, teilte ein US-Diplomat mit.

«Man gibt etwas, man bekommt etwas»

Details über das Gespräch zwischen den beiden Aussenministern wurden offiziell nicht bekannt. Unter Berufung auf zwei «hochrangige Iraner» berichtete die Nachrichtenagentur Reuters aber, der Iran verlange Zugeständnisse im Streit um das iranischen Atomprogramm für seine Unterstützung bei der Bekämpfung der Terrormiliz.

Der Iran sei ein sehr einflussreiches Land in der Region und könne bei der Bekämpfung des IS helfen. «Aber das ist keine Einbahnstrasse. Man gibt etwas, man bekommt etwas.» Der IS sei eine Bedrohung für die weltweite Sicherheit. Nicht so das iranische Atomprogramm, das friedlich ausgerichtet sei.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die Führung in Teheran weist dies zurück.

Mehr Zentrifugen behalten

Der Iran ist ein wichtiger Verbündeter der Regierungen in Syrien und im Irak, wo die IS-Miliz weite Teile unter ihre Kontrolle gebracht hat. US-Präsident Barack Obama versucht derzeit, eine breite internationale Allianz zur Bekämpfung der Islamisten auf die Beine zu stellen.

Die USA wollen die Atomverhandlungen und die Bemühungen um die Lösung anderer regionaler Konflikte eigentlich auseinanderhalten. Die iranischen Regierungsvertreter, die anonym bleiben wollten, sagten, ein Punkt, bei dem sie sich in den Atomverhandlungen mehr Flexibilität erhofften, sei die Anzahl der Zentrifugen, die der Iran im Rahmen eines langfristigen Abkommens behalten dürfte.

Schwierige Verhandlungsrunde steht an

Im September 2013 hatte es ein historisches Telefongespräch von US-Präsident Barack Obama mit Rohani gegeben, im November wurde nach jahrelangem Stillstand ein Interimsabkommen zum iranischen Atomprogramm unterzeichnet.

Bis zum 24. November, dem Jahrestag des Interimsabkommens, wollen die Verhandlungspartner ein endgültiges Abkommen aushandeln. Am Freitag begann dazu in New York eine neue Verhandlungsrunde, die jedoch gleich zu Beginn als schwierig eingeschätzt wurde. Der 5 1-Gruppe gehören die fünf ständigen Mitglieder im UNO-Sicherheitsrat sowie Deutschland an.

SDA/chk

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