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«Ich entlasse gerne Leute»

In den USA setzen die Republikaner ihre Vorwahlen in New Hampshire fort. Mitt Romney gilt als klarer Favorit, nun leistete aber auch er sich einen Fauxpas.

Zitat aus dem Kontext gerissen: Mitt Romney bei der gestrigen Wahlveranstaltung. (9. Januar 2012)
Zitat aus dem Kontext gerissen: Mitt Romney bei der gestrigen Wahlveranstaltung. (9. Januar 2012)

Die US-Präsidentschaftswahlen 2012 kommen langsam in die Gänge – und sind um eine Wortklauberei reicher. «Ich bin gerne in der Lage, Leute zu entlassen», sagte gestern Abend der republikanische Spitzenreiter Mitt Romney bei einer öffentlichen Wahlveranstaltung. Er meinte damit keineswegs seine Angestellten, sondern sprach über die Vorzüge des freien Marktes, in dem problemlos die wirtschaftlichen Partner gewechselt werden könnten. Konkret ging es in der Rede Romneys darum, dass Angestellte ihre eigene Krankenversicherung wählen können.

Aus dem Kontext gerissen, stellt sein Zitat aber ein wahres Geschenk an seine republikanischen Mitstreiter dar. Laut dem britischen «Guardian» könnte vor allem Romneys ärgster Konkurrent, der ehemalige Chef des Repräsentantenhauses Newt Gingrich, das Statement für seine Zwecke nutzen. Romney und Gingrich lieferten sich bereits eine millionenschwere Anzeigenschlacht. Romney wurde darin wiederholt als gefühlskalter Geschäftsmann dargestellt.

Vorwahlen in New Hampshire

In der Nacht zum Dienstag haben die US-Republikaner im Bundesstaat New Hampshire ihre Vorwahlen für die parteiinterne Kür ihres Präsidentschaftskandidaten fortgesetzt. Bei der ersten Abstimmung in einem kleinen Dorf in New Hampshire ging Romney bereits in Führung: In Dixville Notch stimmten kurz nach Mitternacht neun Wähler ab – und damit alle Einwohner des Dorfes nahe der kanadischen Grenze. Die Republikaner Romney und Jon Huntsman erhielten je zwei Stimmen. Auf Newt Gingrich und Ron Paul entfiel je eine Stimme. Dixville Notch ist berühmt dafür, dass dort die ersten Stimmen der ersten Direktwahl des Landes abgegeben werden.

«Ich werde New Hampshire nicht vergessen»

«Wenn ich Präsident der Vereinigten Staaten bin, werde ich New Hampshire nicht vergessen», sagte Romney bei einer Kundgebung am Montag in Bedford. Beim Caucus in Iowa war Romney in der vergangenen Woche nur mit knappem Vorsprung als Sieger hervorgegangen. Deshalb gelten die Vorwahlen in New Hampshire und am 21. Januar in South Carolina als entscheidend für die Nominierung des republikanischen Präsidentschaftskandidaten.

Vor allem in South Carolina könnte Romney noch einmal unter Druck geraten. Im konservativen Süden des Landes gilt er als zu moderat und unter evangelikalen Christen wird vor allem sein mormonischer Glaube kritisch gesehen.

Da in New Hampshire auch parteipolitisch nicht gebundene Wähler abstimmen dürfen, gilt die Wahl als Indikator für die Chancen der Kandidaten bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl im November. Obwohl Romney bei landesweiten Umfragen unter Republikanern nur auf 25 bis 30 Prozent kommt, profitiert er derzeit von der zersplitterten Opposition. In Iowa war mit nur acht Stimmen Abstand Rick Santorum auf Romney gefolgt. Auch in New Hampshire «Zweiter zu werden, wäre ein Traum», sagte der ehemalige Senator aus Pennsylvania.

AFP/mpl

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