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Hunderttausende trauern um Fidel Castro

Auf der Karibikinsel hat das Abschiednehmen von dem legendären Revolutionsführer begonnen. Tausende strömen zum Platz der Revolution in der Hauptstadt Havanna.

Die in einer Staatsflagge gehüllte Urne mit der Asche des früheren Staatspräsidenten ist unterwegs zum Friedhof Santa Ifigenia. (4. Dezember 2016)
Die in einer Staatsflagge gehüllte Urne mit der Asche des früheren Staatspräsidenten ist unterwegs zum Friedhof Santa Ifigenia. (4. Dezember 2016)
Ramon Espinosa, Keystone
Ein Jeep zieht den zweirädrigen, olivgrünen Anhänger, auf der Castros Urne liegt, durch die Strassen von Santiago de Cuba.
Ein Jeep zieht den zweirädrigen, olivgrünen Anhänger, auf der Castros Urne liegt, durch die Strassen von Santiago de Cuba.
Natacha Pisarenko, Keystone
Auch in Guatemala City wird getrauert: Kränze, Flaggen und Erinnerungsstücke vor der kubanischen Botschaft.
Auch in Guatemala City wird getrauert: Kränze, Flaggen und Erinnerungsstücke vor der kubanischen Botschaft.
Orlando Estrada, AFP
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In Havanna haben die mehrtägigen Trauerfeierlichkeiten für den verstorbenen Revolutionsführer Fidel Castro begonnen. Mit 21 Kanonenschüssen im Hafen wurde der berühmte Platz der Revolution in der kubanischen Hauptstadt für die Trauernden geöffnet, die dort zum Teil schon seit vielen Stunden Schlange standen, um Castro die letzte Ehre zu erweisen.

Die Feierlichkeiten dauern mehrere Tage, US-Präsident Barack Obama wird nicht an der Beerdigung des verstorbenen kubanischen Revolutionsführers Fidel Castro teilnehmen, Deutschland wird von Altbundeskanzler Gerhard Schröder vertreten.

Trauernde in Uniformen oder T-Shirts

Mehrere hunderttausend Menschen kamen zu der Gedenkveranstaltung. Die Trauernden liefen an schwarz-weissen Bildern des Revolutionsführers vorbei, die gemeinsam mit seinen Auszeichnungen ausgestellt und mit Blumen geschmückt waren. Anders als zuvor erwartet wurde die Urne mit Castros Asche aber nicht der Öffentlichkeit präsentiert.

Castro hatte auf dem Platz der Revolution zu Lebzeiten Ansprachen vor mehr als einer Million Menschen gehalten. Viele Kubaner kamen zu Ehren des am Freitagabend (verstorbenen früheren Staatschefs in Uniformen oder mit T-Shirts mit dem Bild des Revolutionsführers. Einige Menschen weinten, andere hielten Blumen in den Händen.

Urne vor 900-Kilometer-Reise

Die Feierlichkeiten bildeten den Auftakt zu einem mehrtägigen Gedenken. Ab Mittwoch soll die Urne mit Castros Asche in das 900 Kilometer entfernte Santiago de Cuba gebracht werden. In der Stadt im Südosten des Inselstaats soll er am Sonntag schliesslich beerdigt werden.

Am Dienstagabend findet nach Angaben westlicher Diplomaten eine «Massenzeremonie» zu Ehren Castros in Havanna statt. Daran sollen auch Diplomaten und ausländische Staatschefs teilnehmen.

US-Präsident Barack Obama werde nicht zu der für Sonntag geplanten Zeremonie in Santiago de Cuba reisen, erklärte der Sprecher des Weissen Hauses, Josh Earnest. Er liess offen, wer die US-Delegation bei der Beisetzung anführen wird.

Flugverkehr wieder aufgenommen

Unterdessen gab es erstmals seit über 50 Jahren wieder Direktflüge von den USA nach Havanna. Jahrzehntelang durften wegen der diplomatischen Eiszeit zwischen beiden Staaten nur Charterflugzeuge unter bestimmten Bedingungen auf Strecken zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba verkehren. Ende August hatte wieder ein regulärer Flugverkehr zwischen den USA und Kuba begonnen – Havanna wurde bislang aber nicht direkt aus den USA angeflogen.

Nun soll es täglich 110 Flüge zwischen beiden Ländern geben, 20 davon nach Havanna. Der scheidende US-Präsident Barack Obama und sein kubanischer Kollege Raúl Castro hatten in den vergangenen Jahren eine Phase der Annäherung gestartet. Im Juli 2015 nahmen Kuba und die USA ihre diplomatischen Beziehungen wieder auf.

Trump droht Ende des Tauwetters mit Kuba an

Der designiert US-Präsident Donald Trump drohte allerdings mit einem Ende des Tauwetters mit Kuba. Die kubanische Seite müsse sich zu «einer besseren Vereinbarung» für die kubanische Bevölkerung, die Exil-Kubaner und die gesamten USA bereit erklären, sonst werde er die unter Obama getroffenen Vereinbarungen «beenden», twitterte Trump.

Das Weisse Haus verteidigte die Annäherung jedoch umgehend als gewinnbringend für beide Staaten.

Kubaner unterzeichnen Revolutions-Eid

Tausende Kubaner haben einen Loyalitätseid auf die Revolutionsideale Castros unterzeichnet. Etliche Menschen, darunter viele Schulkinder, bildeten vielerorts in dem Karibikstaat Warteschlangen, bevor sie ihre Unterschrift unter das Gelöbnis setzen durften. Die Worte in dem Schwur stammen aus einer Rede des verstorbenen Revolutionsführers aus dem Jahr 2000.

Allein in der Julio-Antonio-Mella-Schule am westlichen Stadtrand von Havanna hatten sich bis zum Montagvormittag mehr als 1000 Menschen unter einem Porträt von Castro eingetragen.

AFP/nag

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