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Madonna überrascht mit Auftritt an Trump-Demo

Auf der ganzen Welt protestieren Frauen gegen den neuen US-Präsidenten. In Washington alleine werden bis zu einer halben Million Demonstranten erwartet.

Weltweit protestieren Menschen gegen Trump: Aufnahmen der Demo in Genf. (21. Januar 2017) Video: sda

Mit pinken Mützen auf den Köpfen sind Hunderttausende Frauen in Washington zusammengekommen, um gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump zu demonstrieren. Menschen in mehr als 600 Grossstädten in aller Welt taten es dem Marsch der Frauen in der US-Hauptstadt am Samstag gleich. Während in Washington mit mittlerweile mehr als 500'000 Teilnehmern gerechnet wird, sollten es weltweit knapp drei Millionen sein.

Auch die Pop-Diva Madonna hat die Teilnehmer mit einem Überraschungsauftritt erfreut. Sie trat auf die Bühne und hielt eine Rede, in der sie heftig über den neuen Präsidenten herzog. Sie rief die Frauen im Land auf, ihre Ablehnung deutlich zu machen, «dieses neue Zeitalter der Tyrannei zu akzeptieren». Vor ihr traten schon andere Prominente auf, wie Hollywood-Star Scarlett Johansson und Regisseur Michael Moore.

Grösser als Vereidigung?

Steigt die Zahl der Demonstranten weiter, könnten es in Washington mehr Menschen als bei der Vereidigung Trumps am Freitag werden. Webcam-Aufnahmen bei der National Mall legen zumindest nahe, dass sich in diesem Gebiet während der Feier am Freitag weniger Menschen aufgehalten haben als heute zum Frauenmarsch.

Auch die Passagierzahlen des öffentlichen Verkehrs lassen darauf schliessen: Am Samstagvormittag (Ortszeit) hätten bereits 275'000 Menschen die Washingtoner U-Bahnen und Busse genutzt, teilte das Verkehrsunternehmen WMATA mit. Das seien knapp 50 Prozent mehr als am Freitag, als Trump in der US-Hauptstadt feierlich in sein Amt eingeführt worden war.

Washingtons Vizebürgermeister Kevin Donahue sagte, die Organisatoren hätten ihre erwartete Teilnehmerzahl von 200'000 auf 500'000 erhöht. Mittlerweile soll sie laut der Verwaltung des Haupstadtbezirks sogar darüber liegen. Die Organisatoren des Marsches mussten deshalb sogar ihre Route anpassen. Die Stadt gibt selbst keine Teilnehmerzahlen bekannt.

Schon am frühen Morgen waren Washingtons U-Bahnen völlig überfüllt mit überwiegend weiblichen Demonstranten. Auch Busse und Züge aus dem ganzen Land brachten Protestteilnehmer in die Hauptstadt.

Die Proteste gegen Trump in Bildern:

Die Organisatoren haben ihre erwartete Teilnehmerzahl von 200'000 auf 500'000 erhöht. (21. Januar 2017)
Die Organisatoren haben ihre erwartete Teilnehmerzahl von 200'000 auf 500'000 erhöht. (21. Januar 2017)
Aaron P. Bernstein/Getty Images
Die pinkfarbenen «Pussyhats» waren eine Anspielung auf sexistische Äusserungen Trumps. (21. Januar 2017)
Die pinkfarbenen «Pussyhats» waren eine Anspielung auf sexistische Äusserungen Trumps. (21. Januar 2017)
Andrew Cabellero-Reynolds, AFP
«Wir haben keine Angst vor der Zukunft»: Auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach sich gegen Trump aus.
«Wir haben keine Angst vor der Zukunft»: Auch New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio sprach sich gegen Trump aus.
Mark Lennihan/AP, Keystone
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Dort traten an die Stelle der roten Schirmmützen mit dem Trump-Slogan «Make America Great Again», die während der Vereidigung am Freitag massenhaft zu sehen waren, pinkfarbene Strickmützen mit Katzenohren: Sie sind das Symbol des «Women's March on Washington», zu dem Aktivistinnen aufgerufen hatten.

Hillary unterstützt die Proteste

Protestschilder trugen Aufschriften wie «Nimm deine Finger von mir» oder «Steh auf, liebe, leiste Widerstand». Die pinkfarbenen «Pussyhats» waren eine Anspielung auf sexistische Äusserungen Trumps. Unterstützung gab es von Prominenten: Hollywood-Star Scarlett Johansson und Regisseur Michael Moore sollten als Redner auftreten.

Trumps Wahlkampf-Rivalin Hillary Clinton bekundete den Demonstranten im Kurzmitteilungsdienst Twitter ihre Unterstützung: «Danke, dass ihr für unsere Werte aufsteht, sprecht und marschiert», schrieb sie.

Auch Demo in Genf

Der Marsch in Washington war das Zentrum der weltweiten Protestaktion mit mehr als 600 «Schwestermärschen» im In- und Ausland. Den Auftakt hatten Australien und Neuseeland gemacht. In London nahmen den Organisatoren zufolge 100'000 Menschen teil.

In Berlin kamen einige Hundert Demonstranten vor der US-Botschaft zusammen. Auch in Paris, Prag, Amsterdam und vielen anderen europäischen Städten gingen Trump-Gegner auf die Strasse. Demonstriert wurde auch in Buenos Aires und im südafrikanischen Durban.

Auch in Genf gingen 2500 Menschen auf die Strasse – unter ihnen war alt Bundesrätin Micheline Calmy-Rey. Sie richtete Appell an junge Frauen, sich in der Politik auf lokaler und nationaler Ebene zu engagieren.

Der Protestmarsch führte bei eisigen Temperaturen von minus zwei Grad von einem Ufer entlang der Bucht zum anderen Ufer der Stadt Genf. Die Kundgebungsteilnehmenden trugen englischsprachige Plakate mit sich, unter anderem mit Parolen wie «Hass macht die USA nicht gross» oder «Widerstand ist eine Aufgabe, wenn die Ungerechtigkeit zum Gesetz wird».

Dekret gegen Obamacare

Seit Jahrzehnten hat kein US-Präsident derart polarisiert wie der rechtspopulistische Immobilienmilliardär Trump. Am Rande der Amtseinführung hatte es in Washington am Freitag gewaltsame Proteste und mehr als 200 Festnahmen gegeben.

Trump hatte am Freitag mit der nationalistischen Parole «Amerika zuerst» sein Amt angetreten. Noch am selben Tag unterzeichnete er eine Exekutivanordnung, um die «Lasten» der Gesundheitsreform zu minimieren. In dem Dekret gab er allen staatlichen Stellen die Erlaubnis, «Obamacare» nicht anzuwenden oder die Reform zu verzögern, sollte sie eine «finanzielle Belastung» darstellen. Trumps Stabschef Reince Priebus sprach von einer Zwischenlösung, bis die Reform abgeschafft werde.

sda/AP/kat

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