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Haiti leidet unter Hanna

Der Tropensturm hat an der US-Ostküste nur leichten Sachschaden und einige Stromausfälle verursacht. Haiti jedoch leidet weiter.

Auf der Suche nach Wasser: Ein Mädchen in Gonaives, Haiti.
Auf der Suche nach Wasser: Ein Mädchen in Gonaives, Haiti.
Keystone

Auf seinem Weg durch die Karibik hatte Hanna zahlreiche Opfer gefordert, 163 Menschen kamen allein in Haiti ums Leben. Die Behörden rechnen dort im Zuge der Aufräumarbeiten damit, weitere Leichen zu bergen. Die Regierung der Bahamas erliess unterdessen wegen des heranziehenden Sturms Ike eine Hurrikanwarnung und forderte zur Evakuierung einiger Inseln im Südosten des Archipels auf.

«Hanna» traf Meteorologen zufolge heute am frühen Morgen (Ortszeit) mit Windgeschwindigkeiten von über 110 Kilometern pro Stunde bei beliebten Touristenstränden an der Grenze der US-Staaten North and South Carolina auf die US-Küste. «Hanna zieht eilig nach Norden und lässt uns für das Wochenende Sonnenschein», sagte der Sprecher von Myrtle Beach, Mark Kruea. Es habe nur vereinzelt Sachschäden und kurzzeitige Stromausfälle gegeben. Weiter nördlich, in North Carolina, waren wegen des Sturms zeitweise 30.000 Haushalte ohne Elektrizität

Jetzt wird Ike beobachtet

«Hannah» sollte am Wochenende als Sturmtief die Ostküste hinaufziehen und teils heftigen Regen mit sich bringen. Der US-Katastrophenschutz konzentriert sich bereits darauf, den Verlauf des bedrohlicheren Hurrikans «Ike» zu verfolgen, der am Montag Florida erreichen könnte.

In Haiti begann die UN-Friedenstruppe unterdessen in der Stadt Gonaives mit der Verteilung von Lebensmitteln und Trinkwasser. Dort waren zehntausende Bewohner nach dem Wirbelsturm «Hanna» wegen Überflutungen von der Aussenwelt abgeschnitten. Gestern hatte ein Schiff erstmals seit Beginn der Krise eine grössere Lieferung an Hilfsgütern gebracht. Schwer bewaffnete argentinische UN-Soldaten bewachten die Lieferung vor Plünderern. Mit dem Aufklaren des Himmels wurden erstmals auch Hilfsflüge möglich. Mindestens acht UN-Hubschrauber flogen dringend benötigte Güter ein.

Tote Menschen auf den Strassen

Bislang haben über 10'000 Menschen die überschwemmte Grossstadt verlassen - schwimmend oder durchs Wasser watend. In den überfluteten Strassen der Stadt trieben am Freitag Leichen. Viele ländliche Regionen waren nicht erreichbar.

Hinter «Hanna» zieht Hurrikan Ike durch die Karibik. Er wurde zwar von der zweithöchsten Kategorie 4 auf 3 herabgestuft, gilt aber weiterhin als äusserst gefährlich. Er befindet sich auf dem gleichen Weg wie «Andrew», der 1992 als Hurrikan der Stufe fünf Florida verwüstete, Sachschaden in Höhe von 26 Milliarden Dollar anrichtete und 65 Menschen tötete. Die Regierung der Bahamas erliess eine Hurrikanwarnung für die wenig besiedelten südöstlichen Inseln des Archipels und die nahen Turks- und Caicos-Inseln. Touristen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Eine Hurrikanwarnung bedeutet, dass innerhalb der nächsten 24 Stunden mit dem Durchzug des Sturms gerechnet wird.

(AP)

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