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Grünes Licht für Mega-Kraftwerk

Trotz massiver Proteste von Umweltschützern hat Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva grünes Licht für das im Amazonasgebiet geplante drittgrösste Wasserkraftwerk der Welt gegeben.

Gibt das Startsignal: Lula.
Gibt das Startsignal: Lula.
Keystone
Hier entsteht der Damm: Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet.
Hier entsteht der Damm: Belo Monte im brasilianischen Amazonasgebiet.
Keystone
... wehren sich seit Jahren gegen das Projekt.
... wehren sich seit Jahren gegen das Projekt.
Keystone
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Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete eine Konzession, die dem Konsortium Norte Energía den Bau des Damms erlaubt.

Das Konsortium hat somit nun für 35 Jahre die Nutzungsrechte an dem Kraftwerk Belo Monte am Fluss Xingu im Bundesstaat Pará. Lula sprach von einem «Sieg des Energiesektors». «Wir machen etwas möglich, das vor 30 Jahren unmöglich erschien», sagte er an der feierlichen Zeremonie in der Hauptstadt Brasília.

Die Justiz des Bundesstaates Pará hatte zuvor die Ausschreibung gestoppt und das Projekt als «Affront gegen Umweltgesetze» bezeichnet. Die Regierung in Brasília setzte sich nun aber darüber hinweg.

Lula betonte, die sozialen und Umweltfragen seien «ernsthaft» bedacht worden. Ureinwohner und Gegner des Projekts erklärten dagegen, die Regierung habe «das Todesurteil für den Fluss Xingu unterzeichnet und die Vertreibung von tausenden Anwohnern beschlossen».

Baubeginn im September

Das brasilianische Institut für Umweltschutz hat noch nicht formell seine Zustimmung erteilt. Mit einer begrenzten Genehmigung soll aber noch im September mit den Arbeiten begonnen werden.

Dem auch für den Bau verantwortlichen Konsortium gehören 18 staatliche und private Firmen sowie brasilianische Pensionsfonds als Investoren an. Das umgerechnet etwa 8,5 Milliarden Euro teure Kraftwerk soll in der ersten Phase 2015 in Betrieb gehen.

Es wäre mit einer Leistungskapazität von über 11'000 Megawatt das drittgrösste Wasserkraftwerk der Welt, nach dem Drei-Schluchten- Staudamm in China und dem binationalen Itaipú-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay.

Lebensgrundlage der Indios bedroht

Die Regierung hält das Wasserkraftwerk zur Sicherung der Energieversorgung für notwendig. Die am und vom Fluss Xingu lebenden Indios, die katholische Kirche, Menschenrechtler und Umweltschützer laufen dagegen Sturm gegen das Projekt.

Sie befürchten unkalkulierbare Auswirkungen auf die Umwelt und sehen die Lebensgrundlagen der Indios massiv bedroht. Zudem bezweifeln die Kritiker den wirtschaftlichen Nutzen der Anlage, für die vermutlich mehr als 500 Quadratkilometer Regenwald überflutet werden müssen.

Nach Angaben der künftigen Betreiber müssen mindestens 17'000 Menschen umgesiedelt werden. Diese Zahlen werden von den Gegnern des Projekts angezweifelt. Sie rechnen damit, dass Belo Monte mindestens 20'000, möglicherweise sogar 50'000 Menschen vertreiben wird.

SDA/sam

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