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Geselliger Onkel gegen aggressiven Newcomer

Donnerstagnacht werden die amerikanischen Vizepräsidentschaftskandidaten die Klingen kreuzen. Beobachter erwarten, dass die Debatte spannender wird, als es das Duell Obama gegen Romney war.

Vielversprechende Debatte: Der Republikaner Paul Ryan und der Demokrat Joe Biden werden sich Donnerstagnacht duellieren.
Vielversprechende Debatte: Der Republikaner Paul Ryan und der Demokrat Joe Biden werden sich Donnerstagnacht duellieren.
Keystone

Wenn Martha Raddatz von den ABC News Donnerstagnacht die Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten anmoderieren wird, werden die Amerikaner gebannt zusehen: Denn sie verspricht, unterhaltsamer und lebendiger zu werden als jene von Obama versus Romney.

«Die Konservativen lecken sich das Maul bei der Aussicht, Paul Ryan und Joe Biden diskutieren zu sehen; die wahre Herausforderung für uns wird Bidens gesellig-folkloristische Art sein», sagte Terry Holt, ein Stratege der Republikaner gegenüber dem «Wall Street Journal» (Artikel online nicht verfügbar). «Dies ist Paul Ryans Chance, zu zeigen, dass er eine gute Wahl war», ist Holt überzeugt. Demokrat Joe Biden habe bereits während der Vizepräsidentschaftsdebatte gegen Sarah Palin im Jahr 2008 gezeigt, dass er diszipliniert vorgehe, hielt ihm Paul Ryan in einem Interview mit Fox News zugute: «In diesen Momenten begeht er keinen Fauxpas, die passieren ihm nur, wenn er unbeobachtet ist.»

Aussenpolitik als Schwachpunkt

Um sich auf die Debatte mit dem gewandten Redner Joe Biden vorzubereiten, holte der Republikaner Paul Ryan Geoge Bushs ehemaliger Anwalt Ted Olson an Bord – er soll mit ihm als Ersatz für Joe Biden den Auftritt geprobt haben. Gemäss einem Mitglied aus Romneys Wahlkampfteam hat Ryan zudem die Videos der Biden-Palin-Debatte angeschaut, um Bidens Taktik zu analysieren.

Für Ryan könnte es trotz guter Vorbereitung einen Schwachpunkt geben: Ähnlich wie Mitt Romney verfügt er über keinerlei Erfahrung in der Aussenpolitik. Als Abgeordneter konzentriert er sich vor allem auf Finanz- und Budgetfragen. Joe Biden hingegen war Vorsitzender im Komitee für auswärtige Angelegenheiten und äusserte sich in der Vergangenheit vielfach zu aussenpolitischen Themen. Romneys Wahlkampfteam aber sieht Ryan nicht als zu unerfahren an: «Das Finanzkomitee kümmert sich nicht nur um den amerikanischen Finanzhaushalt», liess es verlauten.

Zwei Probeläufe

Joe Biden seinerseits bereitet sich dieser Tage in seiner Heimatstadt Wilmington im US-Bundesstaat Delaware auf die Debatte vor. Dazu studiert er ebenfalls Videos von Ryans Reden und Interviews und hat bereits zwei Probeläufe der Debatte absolviert. Bidens Wahlhelfer signalisierten, eine mögliche Strategie könnte sein, Ryan dazu zu bringen, konkretere Äusserungen über die republikanischen Steuer- und Budgetpläne zu machen, als es Romney in der Debatte mit Obama tat.

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