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Fidel Castro sagt viel und nichts

Die ersten sieben Dissidenten, die Kuba freigelassen hat, kamen am Dienstag in Spanien an, wo ihnen Asyl gewährt wird. Fidel Castro schweigt dazu.

Zeigte sich zum ersten Mal seit einem Jahr im Fernsehen: Fidel Castro.
Zeigte sich zum ersten Mal seit einem Jahr im Fernsehen: Fidel Castro.
Reuters

Mit der Ausweisung versucht die kubanische Regierung, sich von einer grossen Last zu befreien. Nach dem Tod des politischen Häftlings Armando Zapata zu Beginn dieses Jahres sah sich Kuba wegen seiner Menschenrechtspolitik zunehmend heftiger Kritik ausgesetzt.

Spanien, das in Kuba und über Kuba in Lateinamerika besondere wirtschaftliche Interessen verfolgt, scheiterte während seiner EU-Ratspräsidentschaft mit der Idee, die Beziehungen zwischen dem autoritären Regime in Havanna und den Europäern zu beleben. Vor allem wegen der Oppositionellen, die seit 2003 in Gefängnissen sitzen, sind die Beziehungen zwischen den Europäern und Kuba schwer belastet.

Insgesamt befinden sich nach Oppositionsangaben rund 200 Dissidenten in den Gefängnissen des sozialistischen Karibikstaates. Auch unter Raúl Castro, dem Bruder von Revolutionsführer Fidel Castro, hat sich an der Menschenrechtslage nichts zum Besseren gewendet.

Kein Wort von Fidel Castro

Die Ankündigung, sukzessive die restlichen 52 der damals beim «Schwarzen Frühling» verurteilten insgesamt 75 Oppositionellen freizulassen, zielt darauf ab, den Kritikern vor allem in Europa die Argumente zu nehmen. Denn vor allem wegen des eigenen wirtschaftlichen Niedergangs braucht die kubanische Regierung eine wohlwollende wirtschaftliche Kooperation, wenn nicht gar Hilfe, aus Europa.

Die ersten sieben Dissidenten kamen am Dienstag in Spanien an, wo ihnen Asyl gewährt wird. Mit keinem Wort ging Kubas greiser Revolutionsführer auf dieses Ereignis ein, das in der gesamten Welt Aufsehen erregt.

Zum ersten Mal seit einem Jahr zeigte er sich wieder in der Fernsehsendung «Mesa Redonda» (Runder Tisch), in der er in früheren Zeiten seinen Landsleuten stundenlang die Welt erklärt hatte. Dieses Mal ging es erneut nicht um Kuba, sondern um die von den USA militärisch dominierte und bedrohte Welt.

Märsche halten an

Der fast 84-Jährige trug einen grauen Trainingsanzug. Er machte in dem offiziellen Video einen gesunden Eindruck, seine Stimme war schwach und heiser, aber besser verständlich als bei früheren Gelegenheiten. Mit wachen hin- und herschnellenden Augen und mit erhobenem Zeigefinger warnte er unter anderem vor einem Krieg im Nahen Osten und analysierte die Spannungen rund um Korea.

Bereits vor einigen Tagen hatte er einen Kommentar über die Entstehung von Kriegen und die Rolle der Militärmacht USA veröffentlicht. US-Präsident Barack Obama bezichtigte er, die Welt zu betrügen. Am 7. Juli hatte er das von ihm 1965 gegründete Nationale Wissenschaftszentrum in Havanna besucht und damit unter Beweis gestellt, dass er noch lange Zeit die Fäden in der Hand behalten wird.

Die Frauen der jetzt befreiten Häftlinge, die «Damas de Blanco» (Frauen in Weiss), kündigten am Dienstag an, ihre Märsche in Havanna fortzusetzen, bis alle 52 Oppositionellen in Freiheit sind.

(SDA)

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