Zum Hauptinhalt springen

Erste Erfolge am Atomgipfel

US-Präsdident Barack Obama warnt vor einer «Katastrophe für die Welt», wenn es Terroristen gelänge, sich Atommaterial anzueignen. Seine Appelle zeigen bereits Resultate.

Im Chor mit den Mächtigen der Welt: Gruppenbild der Gipfelteilnehmer mit Barack Obama und Doris Leuthard (hinter dem US-Präsidenten).
Im Chor mit den Mächtigen der Welt: Gruppenbild der Gipfelteilnehmer mit Barack Obama und Doris Leuthard (hinter dem US-Präsidenten).
Keystone

Zur Halbzeit des internationalen Atomgipfels in Washington kann US-Präsident Barack Obama erste Erfolge aufweisen. Russland und die USA haben am Dienstag eine Vereinbarung zum Abbau ihrer Vorräte an waffentauglichem Plutonium geschlossen.

Zu Beginn des grössten Gipfeltreffens auf US-amerikanischem Boden seit 1945 erklärte zudem die Ukraine, dass sie bis 2012 ihren gesamten Bestand an hochangereichertem Uran abbauen wolle. Kanada kündigte an, einen Grossteil seiner verbrauchten Brennstäbe in das Ursprungsland - die USA - zurückzubringen.

Die Staats- und Regierungschefs von 47 Nationen waren am Montag zusammengekommen um zu beraten, wie Terroristen daran gehindert werden können, in Besitz von spaltbarem Material zu gelangen. Für die Schweiz ist Bundespräsidentin Doris Leuthard nach Washington gereist.

Den Auftakt der Konferenz bildeten eine Reihe bilateraler Beratungen, an deren Ende sich die USA und Russland verpflichteten, jeweils 34 Tonnen Plutonium aus Militärbeständen unschädlich zu machen.

Erst Mitte vergangener Woche hatten Obama und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew einen Nachfolge-Vertrag zum Start-I-Abkommen unterzeichnet, der einen weiteren Abbau ihrer strategischen Atomwaffen besiegelt.

Weltweites Kontrollsystem

Zu Beginn der Gipfel-Hauptberatungen am Dienstag rief der US- Präsident die Teilnehmer erneut eindringlich dazu auf, konkrete Schritte gegen Nuklearterrorismus zu ergreifen. Er warnte vor einer «Katastrophe für die Welt», wenn es Terroristen gelänge, sich Atommaterial anzueignen. Atomwaffen stellten die grösste Einzelbedrohung für die Welt dar, warnte Obama.

Im Kern geht es in Washington darum, Mittel und Wege zu finden, damit islamistische Terroristen nicht in den Besitz von Nuklearmaterial kommen. Experten schätzen, dass weltweit 1500 Tonnen hochangereichertes und waffentaugliches Uran sowie 600 Tonnen Plutonium vorhanden ist.

«Heute ist die Gelegenheit da, nicht einfach zu reden, sondern zu handeln», sagte Obama. Zum Abschluss des Gipfels am Dienstag sollte eine Erklärung zur Atomsicherheit mit Richtlinien und Selbstverpflichtungen für die kommenden Jahre unterzeichnet werden. Wie Obama mitteilte, will Südkorea 2012 ein Folgetreffen zur nuklearen Sicherheit abhalten.

Iran ist Hauptthema am Rande

Am Rande des Gipfels war auch der Atomstreit mit Iran ein Thema. US-Regierungskreisen zufolge erreichte Obama im Gespräch mit seinem chinesischen Amtskollegen, Hu Jintao, dessen Zusicherung, bei der Ausarbeitung neuer Iran-Sanktionen mitzuarbeiten. Es solle in wenigen Wochen eine neue UN-Resolution geben, sagte Obamas Asien- Berater Jeff Bader.

Eine Sprecherin des chinesischen Aussenministeriums beharrte am Dienstag in Peking jedoch auf einem diplomatischen Ansatz zur Lösung des Konflikts. Wiederholte Fragen, ob die Regierung in Peking neue Sanktionen gegen den Iran unterstütze, beantwortete sie nicht direkt.

Der Iran, der wie Nordkorea wegen des Streits um das jeweilige Atomprogramm des Landes nicht eingeladen war, erklärte indessen am Dienstag, an seinen Nuklearprojekten werde auch der Gipfel nichts ändern. «Selbst Sanktionen hätten keine Auswirkung auf den Willen unseres Volkes, unsere Rechte zu verfolgen», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast, in Teheran.

Die USA und andere Staaten befürchten, dass der Iran unter dem Deckmantel eines Programms für zivile Zwecke nach der Atombombe strebt. Der Iran bestreitet dies.

SDA/vin

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch