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Ein Troll macht das Weisse Haus mit gefälschten E-Mails lächerlich

Ex-Kommunikationschef Anthony Scaramucci fiel auf einen E-Mail-Betrüger herein. Hochrangige Politiker und Manager gaben private Informationen preis.

Tom Bossert, US-Heimatschutzberater des Weißen Hauses, und Trumps Ex-Kommunikationschef Anthony Scaramucci sind laut einem CNN-Bericht auf einen E-Mail-Betrüger hereingefallen. (Foto: dpa)
Tom Bossert, US-Heimatschutzberater des Weißen Hauses, und Trumps Ex-Kommunikationschef Anthony Scaramucci sind laut einem CNN-Bericht auf einen E-Mail-Betrüger hereingefallen. (Foto: dpa)

Vor E-Mail-Betrug ist niemand sicher. Davor schützen weder ein grosser Name noch ein hohes Amt. Das wissen jetzt auch Sohn und Kommunikationschef von US-Präsident Donald Trump.

Wie CNN berichtet hat ein Brite gegenüber den jüngst entlassenen Kommunikationschef Anthony Scaramucci hereingelegt. In mehreren E-Mails gab er sich als Reince Priebus aus, dem vor wenigen Tagen gefeuerte Stabschef Trumps. Als Absenderadresse wählte er reince.priebus@mail.com. Mail.com ist ein kostenloser E-Mail-Anbieter, der dem deutschen Unternehmen 1&1 gehört. Trotzdem glaubte Scaramucci, es mit dem echten Priebus zu tun zu haben.

Der vermeintliche Ex-Stabschef Priebus schrieb Scaramucci am Samstag: «Ich habe mir selbst versprochen, dass ich meine Hände nicht schmutzig machen werde.» Dann bezeichnete er einen Tweet von Scaramucci als heuchlerisch und warf dem damaligen Pressesprecher vor, sich ihm gegenüber in der Öffentlichkeit unfair verhalten zu haben. Die Entlassung sei «schmerzhaft» gewesen, klagte der falsche Priebus und fügte hinzu: «Ich erwarte keine Antwort.» Der echte Anthony Scaramucci antwortete aber: «Du weisst, was du getan hast. Wir alle wissen es. Auch heute. Aber sei beruhigt, wir waren vorbereitet. Ein Mann würde sich entschuldigen.»

«Welche Köpfe sollen als erstes rollen?» - «Beide»

Scaramucci ist nicht das erste Opfer des Trolls. Der Unbekannte, der sich auf Twitter @SINON_REBORN und «E-Mail prankster» nennt, macht sich einen Spass daraus, Politiker und Prominenten hereinzulegen. Sobald ihm jemand auf seine falschen E-Mails antwortet, veröffentlicht er die Screenshots bei Twitter. So hat er sich bereits erfolgreich als Trumps Schwiegersohn Jared Kushner oder als US-Diplomat ausgegeben. Neben Scaramucci und Trumps Sohn sind mehrere britische Politiker hereingefallen, auch Manager wie den Chef von Boeing hat der E-Mail Prankster schon hereingelegt.

CNN sagte er, dass er mit seinen E-Mails keinen Schaden anrichten wolle: «Ich versuche, es bei witzigen Inhalten zu belassen.» Sein Twitter-Name Sinon stammt aus der griechischen Mythologie; er soll die Trojaner davon überzeugt haben, das trojanische Pferd mit in die Stadt zu nehmen.

Witzig und entlarvend sind einige der Mails, die der Prankster veröffentlicht hat. Als falscher Jon Huntsman Junior, US-Botschafter in Moskau, fragte er Scaramucci am Freitag: «Welche Köpfe sollen als erstes rollen? Vielleicht kann ich dabei behilflich sein.» Die Antwort des - damaligen - Kommunikationschefs: «Beide». Damit meinte Scaramucci neben Reince Priebus den Chefstrategen von Trump Steve Bannon, den er selbst vergangene Woche beschimpft hatte.

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Obwohl sich der Prankster gar nicht so viel Mühe gibt, authentisch zu wirken und Provider wie @mail.com wählt, schicken ihm seine Opfer freimütig ihre privaten E-Mail-Adressen. So zum Beispiel auch Trumps Berater für Terrorabwehr Tom Bossert, der von einem falschen Jared Kushner per Mail zu einer Party eingeladen wurde. Bossert antwortete, obwohl ein CNN vorliegender Screenshot zeigt: Selbst das E-Mail-Programm hatte die Nachricht als Spam eingestuft.

Spear-Phishing nennt sich diese Taktik, bei der sich Hacker gezielt und persönlich an ihre Opfer wenden, um an vertrauliche Daten zu gelangen. Die Angriffe richten sich vornehmlich gegen spezielle Nutzergruppen und Unternehmen - so wie im Fall des E-Mail Pranksters.

Trotzdem sollten sich auch normale Nutzer bewusst machen: Prinzipiell kann es sich bei jeder E-Mail im Posteingang um eine Fälschung handeln. Wenn bei einer Nachricht nicht sicher ist, ob sie echt ist oder einen Betrugsversuch darstellt, raten Experten, keinesfalls auf einen Link zu klicken, keinen Dateianhang zu öffnen und nicht auf die E-Mail zu antworten.

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