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Ein Kämpfer für Libyens Freiheit

Der getötete amerikanische Botschafter Christopher Stevens war dem Schicksal der Libyer im Kampf für die Demokratie eng verbunden. Ein Porträt.

Getötet bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi: Der amerikansiche Botschafter Christopher Stevens in Tripolis am 28. Juni 2012.
Getötet bei einem Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi: Der amerikansiche Botschafter Christopher Stevens in Tripolis am 28. Juni 2012.
Reuters

Er schätzte sich «glücklich, an dieser unglaublichen Zeit von Hoffnung und Veränderung für Libyen teilzuhaben»: So stand es am Mittwoch nach dem Tod von US- Botschafter J. Christopher Stevens auf der Homepage der US- Vertretung in Tripolis.

In der Nacht zuvor war der 52-Jährige bei einem Angriff von Islamisten auf das Konsulat in Bengasi getötet worden - dort, wo die Revolution in dem nordafrikanischen Land ihren Anfang nahm. Und schon damals war der US-Diplomat dem Schicksal der Libyer im Kampf gegen das Regime von Machthaber Muammar al-Gadhafi eng verbunden.

Stevens war zwar erst seit dem 22. Mai 2012 Botschafter in Tripolis, doch Libyen war bereits zuvor eine Station für den Karrierediplomaten gewesen. Von 2007 bis 2009 war er dort stellvertretender Leiter der US-Vertretung.

Als Libyen nach der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste gegen das Ghadhafi-Regime Anfang 2011 im Chaos versank, kam eine weitere wichtige Rolle für den 52-Jährigen hinzu.

Würdigungen von Obama und Clinton

Als Experte für die Region, der arabisch und französisch sprach, wurde er im März 2011 zum US-Sonderbotschafter ernannt, um den Kontakt zur Opposition und zum nationalen Übergangsrat zu halten.

«Als Botschafter in Tripolis hat er Libyens Übergang zur Demokratie unterstützt. Sein Vermächtnis wird überall dort weiterleben, wo Mensch für Freiheit und Gerechtigkeit streben», sagte US-Präsident Barack Obama am Mittwoch.

«Er hat sein Leben riskiert, um den Menschen in Libyen zu helfen, die Grundlagen für einen neuen, freien Staat aufzubauen», würdigte Aussenministerin Hillary Clinton den Verstorbenen.

Mehrere Stationen in der Region

Der am 1. April 1960 in Kalifornien geborene Stevens absolvierte ein Jus-Studium am Hastings College der Universität von Kalifornien. Zudem besuchte er das National War College in Washington. Von 1983 bis 1985 arbeitete er als Freiwilliger des US Peace Corps in Marokko.

Vor seinem Botschafterposten in Libyen war Stevens bereits als Diplomat in der Region tätig, unter anderem in Jerusalem, Damaskus, Kairo und Riad. Im Aussenministerium in Washington leitete er des Büro für internationale Atom- und Sicherheitsangelegenheiten und arbeitete mit dem Aussenpolitik-Ausschuss im Senat zusammen.

SDA/kle

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