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Ein Beispiel für gelungene Diplomatie

US-Präsident Barack Obama fand viel lobende Worte für die Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran. Dennoch sei in der Beziehung USA-Iran noch nicht alles im Reinen.

Die Schweiz schlug den Gefangenenaustausch vor: Aussenminister Didier Burkhalter mit seinem US-Amtskollegen John Kerry. (24. Januar 2014).
Die Schweiz schlug den Gefangenenaustausch vor: Aussenminister Didier Burkhalter mit seinem US-Amtskollegen John Kerry. (24. Januar 2014).
Jean-Christophe Bott, Keystone
Lobte auch die Schweizer Regierung: US-Präsident Barack Obama bei seiner Ansprache zur Freilassung der im Iran festgehaltenen US-Bürger im Weissen Haus am 17. Januar 2016.
Lobte auch die Schweizer Regierung: US-Präsident Barack Obama bei seiner Ansprache zur Freilassung der im Iran festgehaltenen US-Bürger im Weissen Haus am 17. Januar 2016.
Manuel Balce Ceneta, Keystone
Saeed Abedini ist Pfarrer und sass seit Dezember 2012 in Haft (Juni 2015).
Saeed Abedini ist Pfarrer und sass seit Dezember 2012 in Haft (Juni 2015).
Keystone
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US-Präsident Barack Obama sieht in der Umsetzung des Atomabkommens mit dem Iran einen Erfolg «starker und standfester» Diplomatie der Vereinigten Staaten. «Der Iran wird keine Atombombe in seine Hände bekommen», sagte Obama am Sonntag im Weissen Haus.

Der US-Präsident erwähnte in seiner Rede zu den Atomverhandlungen mit dem Iran die Unterstützung der Schweiz: Barack Obamas Rede vor den Medien. Video: Youtube/The White House

Die bisher schärfsten und umfassendsten Inspektionen eines Atomprogrammes würden für Sicherheit sorgen. «Wenn der Iran versucht, uns zu betrügen, werden wir ihn erwischen», sagte Obama.

Obama betonte, dass die Annäherung im Zuge der Atomverhandlungen auch Fortschritte in anderen Bereichen ermöglicht habe. Er wies auf die Freilassung mehrerer US-Gefangener im Iran vom Samstag hin. Auch hätten Washington und Teheran jetzt jahrzehntelange finanzielle Dispute beigelegt.

Appell an die iranische Jugend

An die iranische Bevölkerung, insbesondere die Jugend gewandt, sagte der US-Präsident, es gebe jetzt eine seltene Chance, die Welt friedlicher zu machen. «Sie haben eine seltene Gelegenheit, einen neuen Weg zu verfolgen. Nutzen Sie das.»

Der Präsident hob aber auch hervor, dass es weiterhin Differenzen mit dem Iran gebe. So würden Sanktionen wegen Verletzung der Menschenrechte, Unterstützung des Terrorismus und des iranischen ballistischen Raketenprogramms weiter strikt angewandt.

In seiner rund viertelstündigen Ansprache dankte Obama auch der Schweizer Regierung für ihre Unterstützung bei der Vermittlung des Gefangenenaustauschs zwischen den USA und dem Iran. Die Hilfe sei entscheidend gewesen. Die freigelassenen Amerikaner waren in einem Schweizer Jet über Genf ausgereist.

Auch Rezaian in Genf gelandet

Ein Sondergesandter von US-Präsident Barack Obama hat in Genf drei vom Iran freigelassene US-Bürger begrüsst. Brett McGurk sagte am Sonntag, er sei ausser sich vor Freude, dass er den Reporter der «Washington Post» und zwei weitere Amerikaner - Amir Hekmati und Pastor Saeed Abedini - sicher in der Schweiz begrüssen konnte. Über Twitter verbreitete er ein Foto von Rezaian, von dem es vorher geheissen hatte, er habe den Iran auf anderem Weg verlassen.

US-Regierungskreise bestätigten, dass die drei von Genf nach Deutschland weitergereist und dort eingetroffen seien. Amerikanische Diplomaten hatten bereits am Samstag gesagt, die Freigelassenen sollten zunächst in das US-Militärkrankenhaus in Landstuhl gebracht werden. Die US-Bürger waren von einem schweizerischen Militärflugzeug von Teheran zunächst nach Genf geflogen worden. Nach Angaben des Berner Aussenministeriums half die Schweiz bei der Ausreise der US-Bürger, nannte aber nicht deren Namen.

Rezaians Bruder Ali Rezaian sagte am Sonntag, die Familie sei ausser sich vor Freude über die Freilassung. Sie danke der «Washington Post«, der US-Regierung und «tausenden Journalisten und anderen Leuten, die auf Jasons Los hingewiesen haben».

Der Iran und die USA haben parallel zur Aufhebung der Sanktionen gegen Teheran auch einen Gefangenenaustausch vereinbart. Im Gegenzug für vier Amerikaner kamen sieben Iraner in den USA frei.

(SDA)

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