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Drogenalarm in Argentinien

Transitland für Drogen ist Argentinien schon lange. Jetzt könnte es auch noch Produktionsort werden.

Die beiden ersten Morde sorgten landesweit für Aufsehen, weil sie am helllichten Tag geschahen. Ein gedungener Killer erschoss in einem stark besuchten Shoppingcenter, wenige Kilometer ausserhalb der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, zwei Kolumbianer. Die beiden Männer, so fand die Polizei heraus, hatten zum sogenannten Kartell der Kordilleren gehört, einem von Paramilitärs kontrollierten kolumbianischen Drogenring, und sind vermutlich Opfer einer Abrechnung unter rivalisierenden Gruppen des organisierten Verbrechens geworden.

Die Bluttat im Einkaufszentrum wäre wohl bald wieder in Vergessenheit geraten, hätte nicht kurz darauf die Exekution von drei jungen argentinischen Geschäftsleuten die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Unbekannte hatten sie entführt und mit Schüssen in die Brust und in den Kopf niedergestreckt. Die drei Unternehmer waren im Medikamentenbereich tätig und stehen im Verdacht, mit Drogenbanden in Mexiko und Kolumbien zusammengearbeitet zu haben. Sie sollen diesen grosse Mengen von Efedrin geliefert haben. Dieses Mittel stimuliert das zentrale Nervensystem und wird auch zur Herstellung von synthetischen Drogen benützt.

Es deutet einiges darauf hin, dass auch in Argentinien selbst vermehrt solche illegalen Substanzen fabriziert werden. Im Juni hob die argentinische Polizei in Maschwitz, 50 Kilometer nördlich von Buenos Aires, das bisher grösste Labor zur Produktion von sogenannten Designerdrogen aus. Neun Mexikaner, Mitglieder des Kartells von Sinaloa, versteckten Efedrin in den Sohlen von Sportschuhen und schmuggelten es in ihr Heimatland. Die Polizei nimmt zudem an, dass die Bande daran war, vor Ort die Fabrikation von synthetischen Drogen im grossen Stil vorzubereiten.

Leichter und billiger zu haben

Argentiniens Justizminister Aníbal Fernández räumte dieser Tage ein, dass sein Land zu einem neuem Operationsfeld von Drogenkartellen aus Mexiko und Kolumbien werden könnte. Dieses Risiko besteht vor allem, weil in Argentinien die einschlägigen Gesetze weniger streng sind als anderswo. Die Käufer kommen aber nicht nur leichter an Substanzen heran, die es zur Herstellung von Drogen braucht, sie müssen auch weniger dafür bezahlen als in Kolumbien, Peru oder Bolivien. Die Regierung will jetzt mit Sofortmassnahmen die Expansion der Drogenkartelle nach Argentinien stoppen. Was sie genau zu unternehmen gedenkt, hat sie bisher jedoch nicht gesagt.

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