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Drei Blackouts und ein seltsamer Tweet

Gegroundete Airline, Zeitung offline, Börse gestoppt: Die Technik hat gestern bei grossen US-Playern fast gleichzeitig versagt. Oder wars doch ein Cyberangriff?

Machten sich mit einem Tweet verdächtig: Mitglieder der Hackergruppe Anonymous (hier bei einem Protest vor dem Weissen Haus in Washington im Jahr 2013).
Machten sich mit einem Tweet verdächtig: Mitglieder der Hackergruppe Anonymous (hier bei einem Protest vor dem Weissen Haus in Washington im Jahr 2013).
Jim Lo Scalzo, Keystone

Als am Mittwochmorgen die Flieger der United Airlines wegen Computerproblemen am Boden bleiben mussten, sorgte das nur bedingt für Aufsehen. Die US-Fluggesellschaft hatte bereits im Juni mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Kaum funktionierte ihr System wieder, brach aber fast gleichzeitig die Technik bei der New Yorker Börse und der prominenten Wirtschaftszeitung «Wall Street Journal» zusammen. Fast vier Stunden lang dauerte der Blackout an der Wallstreet, der grössten Börse der Welt.

Rätselraten gestern über die Gründe für den Blackout: Händler an der New Yorker Börse.
Rätselraten gestern über die Gründe für den Blackout: Händler an der New Yorker Börse.

Von offizieller Seite hiess es, es handle sich um ein «internes technisches Problem». Thomas Farley, Präsident der New Yorker Börse, sah sich ausserdem gezwungen, gegenüber dem Sender CNBC zu betonen, dass es «keinerlei Beweise» für eine externe Einwirkung gebe.

Nordkorea? Anonymous?

Schnell waren Vermutungen aufgetaucht, es könnte sich um einen Cyberangriff handeln. Auf Twitter schossen die Verschwörungstheorien wie Pilze aus dem Boden. So wurde unter anderem Nordkorea als möglicher Aggressor ins Spiel gebracht. Greg Keeley vom Forschungszentrum National Cyber Security Institute hält diese Verdächtigung für «sehr, sehr wahrscheinlich», wie er gegenüber Fox News sagt. Es würden aber auch andere Akteure infrage kommen.

Besonders die bekannte Hackergruppe Anonymous wird in den amerikanischen Medien als potenzieller Täter gehandelt. Um 5.45 Uhr in der Nacht auf Mittwoch, also einige Stunden vor dem Blackout an der New Yorker Börse, sagte sie die technischen Probleme voraus. Der Tweet «Wir sind gespannt, ob der morgige Tag schlecht wird für die Wallstreet... Wir können nur hoffen» befeuert die Vermutung, dass es sich um einen Cyberangriff handelte.

Ungewöhnlich viele Zufälle

Von offizieller Seite her wird ein solcher jedoch kategorisch ausgeschlossen. Das US-Ministerium für Innere Sicherheit (Homeland Security) bekräftigte gegenüber CNN, dass es «keine Anzeichen von bösartigen Aktivitäten» gebe. Auch das FBI sieht derzeit keinen Grund, weitere Strafverfolgungsmassnahmen einzuleiten.

Greg Keeley beschuldigt die Behörden, den Leuten vorzumachen, dass es keine Probleme gebe. «Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das alles Zufälle sein sollen», sagt er im Interview mit Fox News. Seiner Meinung nach handelt es sich bei den Blackouts bei der New Yorker Börse, dem «Wall Street Journal» und der United Airlines um drei bedeutende Cyberattacken innert kürzester Zeit.

Watch the latest video at video.foxnews.comHält die drei Blackouts für keinen Zufall: Greg Keeley im Interview mit dem Sender Fox News (ab 00:37)

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