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Die «Washington Post» hat bei Trump gezählt

1628 falsche oder irreführende Behauptungen in 298 Tagen: Die Auswertung des grossen Hauptstadtblatts zeigt, bei welchen Themen es der US-Präsident nicht so genau nahm.

Die fünf häufigsten Behauptungen: Bei welchen Themen Trump besonders viele Falschaussagen machte. (Video: TA)

Seit einem Jahr kategorisiert und analysiert die «Washington Post» Aussagen von Donald Trump. Das Resultat: In 298 Tagen hat der US-Präsident demnach 1628 falsche oder irreführende Behauptungen gemacht. Das Projekt sei gerade im vergangenen Monat eine «ziemliche Belastung» gewesen, schreibt die Zeitung, als Trump im Schnitt «erstaunliche» 9 Falschaussagen pro Tag gemacht habe. Über die gesamte Untersuchungszeit gesehen waren es 5,5. Der Präsident der Vereinigten Staaten sagt also fast 6-mal am Tag etwas, das nicht stimmt.

Wie sein erstes Amtsjahr gezeigt hat, wiederholt sich Trump gerne. Die Auswertung ergab, dass er mindestens 50 Behauptungen 3-mal oder noch häufiger äusserte. Einige Themen scheinen es ihm aber besonders angetan zu haben. So machte er …

  • ... 29 falsche Aussagen zur Russland-Untersuchung
  • ... 31 falsche Aussagen zu den USA als Land mit den höchsten Steuern
  • ... 40 falsche Aussagen zur grössten Steuersenkung der Geschichte
  • ... 55 falsche Aussagen zu Unternehmensentscheidungen
  • ... 60 falsche Aussagen zu Obamacare

Trumps am meisten wiederholte Aussage war, dass Obamacare ein «Desaster» und «im Grunde tot» sei. Das Congressional Budget Office, eine Behörde des US-Kongresses, kam jedoch zum Schluss, dass sich das von Barack Obama lancierte Gesundheitssystem in absehbarer Zukunft «stabil» entwickeln wird. Zudem schmückte sich Trump laut der «Washington Post» immer wieder mit fremden Federn. 55-mal bezeichnete er Veranstaltungen und Geschäftsentscheidungen von US-Unternehmen als seinen Verdienst, obwohl diese schon eingefädelt oder umgesetzt worden waren, bevor er im Amt oder überhaupt gewählt war.

Trumps Behauptung, seine geplante Steuersenkung sei die grösste der Geschichte, wird von Zahlen des US-Finanzministeriums widerlegt. Demnach wäre sie nur die achtgrösste, noch hinter zwei Kürzungen, die von Obama angestossen wurden. Und gegen seine Aussage, die USA seien das Land mit den höchsten Steuern überhaupt, sprechen verschiedene Studien. Das Pew Research Center beispielsweise fand heraus, dass die Steuerbelastung für Amerikaner, auch unter Berücksichtigung verschiedener Szenarien, unter dem Durchschnitt entwickelter Staaten ist. Trumps Äusserungen zur Russland-Ermittlung stehen ausserdem im Widerspruch zu Erkenntnissen der amerikanischen Geheimdienste.

Wenn er genau so weitermacht, wird Trump gemäss «Washington Post» am Ende seines ersten Amtsjahres 1999 falsche oder irreführende Aussagen gemacht haben. Behält er den Schnitt des vergangenen Monats, würde er locker die 2000er-Marke knacken.

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