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Die Rekordspende der Koch-Brüder

Die Milliardäre Charles und David Koch wollen mit ihrem Netzwerk fast 900 Millionen für den republikanischen Wahlkampf von 2016 sammeln. Damit dürften sie gleich beide Parteien in Bedrängnis bringen.

Gehört mit seinem Bruder Charles zu den reichsten US-Amerikanern: David Koch.
Gehört mit seinem Bruder Charles zu den reichsten US-Amerikanern: David Koch.
Reuters

Als die amerikanischen Milliardäre Charles und David Koch 2012 fast 400 Millionen US-Dollar in den Präsidentschaftswahlkampf steckten, war der Aufschrei in der US-Politlandschaft gross. Viele Kommentatoren sahen in der Riesenspende der beiden Unternehmer den Beweis dafür, dass die Wahlkampffinanzierung seit dem umstrittenen Spendenurteil des Obersten Gerichtshofs aus dem Ruder gelaufen war. Der Supreme Court entschied 2010, dass Firmen mit unbeschränkten Summen Politiker unterstützen dürfen.

Wie sich nun zeigt, dürften die Spendenzahlen von 2012 schon bald in den Schatten gestellt werden. Wie die «New York Times» berichtet, planen die Koch-Brüder, mit ihrem Politnetzwerk fast 900 Millionen US-Dollar für den Wahlkampf von 2016 zu sammeln. Somit ist das Präsidentschafts- und Kongressrennen von nächstem Jahr schon jetzt auf dem Weg, zum teuersten aller Zeiten zu werden.

Die Kochs machen die Partei überflüssig

Das Spendenziel der Kochs wurde bekannt, nachdem sich ihr Politnetzwerk übers Wochenende zum alljährlichen Winter-Meeting in Palm Springs, Kalifornien, getroffen hatte. Zum Netzwerk der Koch-Brüder gehören rund 300 konservative Spender. In den vergangenen Jahren sind sie zum einflussreichsten Kreis innerhalb der Republikaner geworden.

Mit den 889 Millionen US-Dollar, welche die Gruppe um die Kochs nun sammeln will, wird der Einfluss des Netzwerkes noch grösser. Denn die Summe entspricht etwa dem, was bisher beide Parteien zusammen im Wahlkampf ausgaben. Der ehemalige Obama-Berater David Axelrod: «Das ist bedeutend mehr Geld, als jedes offizielle Parteiorgan in die Hand nehmen wird. Das Netzwerk der Kochs hat gewissermassen die Partei überflüssig gemacht.»

Die enorme Summe wird auch die Demokraten unter Druck setzen. Sollte Hillary Clinton tatsächlich ins Rennen um die Präsidentschaft starten, wird sie wohl bedeutend mehr Geld sammeln müssen als noch Barack Obama im letzten Wahlkampf. Und sein Fundraising von 2012 gilt bisher als erfolgreichste Kampagne in der US-Geschichte.

Zweitgrösste US-Firma

Mit einem Vermögen von je 25 Milliarden Dollar gehören die Brüder Charles und David Koch zu den zehn reichsten Amerikanern. Koch Industries gilt als das zweitgrösste private Unternehmen der USA. Zum Konglomerat gehören Ölraffinerien, Düngemittelhersteller und Holzverarbeiter; der Umsatz des Konzerns wird auf jährlich 100 Milliarden Dollar geschätzt.

Die beiden Brüder sind heute 74 und 79 Jahre alt. Das Unternehmen übernahmen sie Ende der 70er von ihrem Vater. Von ihm haben sie auch ihre politische Gesinnung: Misstrauen gegenüber der Regierung in Washington, maximale Rechte für den individuellen Bürger. Dafür ist ihnen keine Summe zu gross.

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