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Die nächste Verbrecherhochburg im Visier der Sicherheitskräfte

Im Stadtteil Rocinha planen die Sicherheitskräfte die nächste Offensive gegen das Vebrechen in Rio de Janeiro. Der Slum liegt an einem strategisch wichtigen Punkt für die bevorstehenden sportlichen Grossanlässe.

Erobert: Polizisten hissen im Elendsviertel Complexo do Alemão die brasilianische Flagge.
Erobert: Polizisten hissen im Elendsviertel Complexo do Alemão die brasilianische Flagge.
Keystone
Schwer bewaffnet: Zahlreiche mutmassliche Drogendealer konnten verhaftet werden.
Schwer bewaffnet: Zahlreiche mutmassliche Drogendealer konnten verhaftet werden.
Keystone
... vor den Augen der verängstigten Bevölkerung.
... vor den Augen der verängstigten Bevölkerung.
Keystone
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Rio de Janeiro sieht sich nach der Vertreibung krimineller Banden aus einem viele Jahre rechtlosen Elendsviertel auf dem besten Weg, den Sicherheitsplan für die Fussballweltmeisterschaft 2014 und den Olympischen Spielen 2016 zu erfüllen. Nach einer Offensive hatten am Sonntag Sicherheitskräfte den Slum Alemao unter ihre Kontrolle gebracht, den als am gefährlichsten eingestuften Stützpunkt von Verbrecherbanden.

«Alemao war das Herz des Bösen», sagte der Direktor für Öffentliche Sicherheit der Metropole, José Beltrame, auf einer Pressekonferenz. Er kündigte an, dass im Zuge des auf zwei Jahre angelegten Programms, die Kriminellen aus den Elendsvierteln zu vertreiben, nun die nächste Verbrecher-Hochburg in Angriff genommen werde: Rocinha, einer der grössten Slums Lateinamerikas, der wie Alemao bisher als unbetretbar für die Polizei galt.

Nicht den Krieg gewonnen, aber die Schlacht

«Verbrecher ohne Haus, Verbrecher ohne Waffen, Verbrecher ohne Territorium sind weit weniger kriminell als zuvor», sagte ein sichtlich bewegter Beltrame. «Wir haben noch nicht den Krieg gewonnen, aber eine schwierige und gefährliche Schlacht.»

Die Offensive steht im engen Zusammenhang mit den Vorbereitungen auf die Fussball-Weltmeisterschaft - Rio ist ein WM-Austragungsort - und die Olympischen Spiele in der Metropole 2016. Die ausländischen Besucher der sportlichen Grossereignisse sollen sich sicher fühlen. Brasilien will sich mit einer perfekten Organisation weiter als eine der aufsteigenden neuen Mächte in der Welt etablieren. Der Gouverneur von Rio, Sergio Cabral, sagte dem brasilianischen Fernsehsender Globo: «Wir werden mehr Gebiete erobern und unseren Bürgern und ausländischen Besuchern Frieden geben.»

Die Elendsviertel Rios liegen in den Bergen hinter den berühmten Stränden der Stadt. Alemao ist von grosser strategischer Bedeutung, weil es an der wichtigsten Fernstrasse liegt, die den internationalen Flughafen mit den meisten Stadtteilen Rios verbindet. Das nächste Ziel Rocinha liegt an einer Hauptstrasse, die die wichtigsten Olympiastätten mit dem Rest der Stadt verbindet.

dapd/mrs

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