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Trumps grosse Pläne in den Philippinen

Donald Trump hat den berüchtigten philippinischen Präsidenten Duterte ins Weisse Haus eingeladen. Bei dem Treffen dürfte es nicht nur um Politik gehen.

Bekanntes Gesicht: Ivanka wirbt für den Trump Tower in Manila.
Bekanntes Gesicht: Ivanka wirbt für den Trump Tower in Manila.
Jay Directo, AFP

Der amerikanische Präsident mag Autokraten. Das zeigte sich bereits im Wahlkampf mit seiner offen zur Schau getragenen Bewunderung für Wladimir Putin. Auch beeilte sich Donald Trump, umgehend Recep Tayyip Erdogan zum Sieg im Verfassungsreferendum zu gratulieren, das den türkischen Präsidenten mit enormer Macht ausstattet.

In knapp zwei Wochen wird der moderne Sultan im Weissen Haus erwartet, damit ihm der US-Präsident persönlich auf die Schulter klopfen kann. Und selbst Kim Jong-un, derzeit Bösewicht Nummer 1 auf der Welt, erhielt von Trump ein Angebot zum Gespräch, um die Korea-Krise beizulegen, sozusagen von Mann zu Mann.

«Sehr freundliches» Gespräch mit Rodrigo Duterte

Da erstaunt es nicht, dass auch Rodrigo Duterte ins Weisse Haus eingeladen wurde. Trump liess ausrichten, das Telefongespräch mit dem umstrittenen Präsidenten der Philippinen sei «sehr freundlich» verlaufen. In der Mitteilung des Weissen Hauses fand sich kein kritisches Wort. Zum Thema Drogen hiess es nur: «Die beiden Präsidenten haben auch über die Tatsache gesprochen, dass die philippinische Regierung sehr hart dafür kämpft, das Land von den Drogen zu befreien, ein Übel, das viele Länder auf der ganzen Welt betrifft.»

Wegen seiner Drogenpolitik hatte sich Barack Obama in seinem letzten Amtsjahr mit dem philippinischen Staatschef überworfen. Duterte heisst die Lynchjustiz ausdrücklich gut im Kampf gegen die Drogenkriminalität. Er hat sich gar damit gebrüstet, eigenhändig Dealer umgebracht zu haben. Und er nannte Trumps Vorgänger einen «Hurensohn», worauf dieser ein geplantes Treffen mit Duterte absagte.

Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein US-Präsident das Gespräch sucht. Tatsächlich geht es Trump beim angekündigten Treffen mit dem philippinischen Präsidenten darum, eine asiatische Allianz gegen das Regime in Nordkorea aufzubauen. Aber dies ist nicht die ganze Geschichte, wie die «Washington Post» berichtet.

Spatenstich für den Trump Tower in Manila: In der Mitte Jose E. B. Antonio, umrahmt von Trumps Söhnen Eric (links) und Donald Jr., rechts Joses Sohn Robbie. Bild: Trump Tower Facebook Page
Spatenstich für den Trump Tower in Manila: In der Mitte Jose E. B. Antonio, umrahmt von Trumps Söhnen Eric (links) und Donald Jr., rechts Joses Sohn Robbie. Bild: Trump Tower Facebook Page

Offenbar haben Trump und seine Familie handfeste Geschäftsinteressen in den Philippinen: In der Hauptstadt Manila wird derzeit gerade der Trump Tower fertiggestellt, ein Apartment-Building aus Glas, Beton und Stahl. Auf der entsprechenden Website fanden Investoren bis vor wenigen Tagen Videos mit Donald und Ivanka Trump. Vater und Tochter warben darin für einen Wohnsitz im Wolkenkratzer. Die Filmchen stammen zwar aus dem Jahr 2013, haben aber eine neue Wirkung entfaltet, seit Trump zum US-Präsidenten gewählt wurde. Ausserdem zeigte eine Plakatwand Ivanka Trump, inzwischen offizielle Beraterin im Weissen Haus.

Visualisierung des Trump Tower Manila. Bild: PD
Visualisierung des Trump Tower Manila. Bild: PD

Ivanka Trump wird Beraterin im Weissen Haus

Trumps Tochter sagte, sie wolle ohne Bezahlung für ihren Vater arbeiten. Video: Reuters

Dabei geht es nicht um das 57-stöckige Gebäude an sich, sondern um dessen Namen. Jose E. B. Antonio, der Vorsitzende jener philippinischen Immobilienfirma, die den Trump Tower Manila besitzt, zahlt Lizenzgebühren, damit er die Marke «Trump» verwenden kann. Weltweit gibt es mehr als ein Dutzend Projekte für Luxusresidenzen, die den Namen Trump tragen, so in Seoul, Mumbai, Istanbul, Dubai oder Punta del Este in Uruguay. Aus Manila soll der heutige US-Präsident zwischen 2014 und 2016 1 bis 6 Millionen Dollar kassiert haben, wie die «Post» berichtet. 95 Prozent der Wohnungen und Büros in der 150-Millionen-Dollar-Liegenschaft sind angeblich verkauft.

Gute Geschäftsbeziehungen: Donald Trump, hier noch nur Geschäftsmann, mit Trump-Tower-Manila-Besitzer E. B. Antonio, Tochter Ivanka und Donald Trump Jr.. (Bild: Screenshot Youtube)
Gute Geschäftsbeziehungen: Donald Trump, hier noch nur Geschäftsmann, mit Trump-Tower-Manila-Besitzer E. B. Antonio, Tochter Ivanka und Donald Trump Jr.. (Bild: Screenshot Youtube)

Pikantes Detail an der Geschichte: Jose E. B. Antonio ist nicht nur einer der reichsten Filipinos, er hat unterdessen auch noch einen Zweitjob als Gesandter für Handelsfragen der Regierung Duterte, nach eigenen Angaben ein Ehrenamt. Es gehe einzig darum, «die philippinischen Geschäftsinteressen in den USA wahrzunehmen». Wobei Jose E. B. Antonio gemäss Bloomberg anfügte, seine Beziehung zu Trump könnte der philippinisch-amerikanischen Sache dienlich sein.

Donald Trump selbst ist unterdessen aus dem Management seiner Firma ausgetreten, seine beiden erwachsenen Söhne haben übernommen. Der US-Präsident ist jedoch nach wie vor am Unternehmen beteiligt und kann jederzeit Geld daraus beziehen. Nun hat die anhaltende Kritik, Trump trenne nicht zwischen altem Geschäft und neuem Amt, zusätzlich Nahrung erhalten: Der Präsident habe in der US-Politik gegenüber Duterte eine Kehrtwende vollzogen, die vor allem den persönlichen Interessen des US-Präsidenten zugutekomme, lässt sich Rechtsprofessorin Kathleen Clark aus St. Louis zitieren.

«Etwas Bedeutendes» schaffen

Derweil schwärmt Jose E. B. Antonio von der Zusammenarbeit mit den Trumps als «einer Partnerschaft zwischen zwei Firmen, zwei Ländern und zwei Familien». Die Beziehung zwischen den Trumps und den Antonios besteht seit mindestens einem Jahrzehnt. Damals in den Nullerjahren sandte Jose Antonio seinen Sohn nach Manhattan, um den Ausbau eines Luxusappartements voranzutreiben. Da traf Robbie Antonio erstmals Ivanka Trump, wie Antonio Junior philippinischen Medien berichtete. Auch mit den Trump-Söhnen verstand er sich demnach blendend.

So kam das eine zum anderen: Robbie lud die Trumps nach Manila ein, wo man sich schnell darauf einigte, «etwas Bedeutendes» zu schaffen: den Trump Tower Manila. Donald Trump Jr. sagte danach in einer Videobotschaft: «Das ist nicht unser letztes Projekt in den Philippinen.»

Die Präsidenten Trump und Duterte haben also viel zu besprechen – über Nordkorea hinaus.

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