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Die grösste Ölpest aller Zeiten

Wissenschaftler haben den Ölteppich im Golf von Mexiko so genau wie noch nie vermessen: Sie kommen auf eine verschmutzte Fläche riesigen Ausmasses.

Folgen der Ölpest noch gänzlich unabsehbar: Waten im Öl.
Folgen der Ölpest noch gänzlich unabsehbar: Waten im Öl.

Aus dem defekten Bohrloch im Golf von Mexiko sind seit Beginn der Ölpest am 20. April rund 780 Millionen Liter Rohöl geströmt. Es handelt sich somit um die grösste Ölpest aller Zeiten.

Die Literzahlen bestätigte die US-Regierung am Dienstagabend Schweizer Zeit mit der Veröffentlichung der bislang genauesten Schätzungen von Wissenschaftlern. «Insgesamt schätzen die Wissenschaftler-Teams, dass rund 4,9 Millionen Barrel Öl aus dem Bohrloch geflossen sind», hiess es in einer Erklärung des Krisenstabes aus Vertretern der US-Regierung und des britischen Erdölkonzerns BP.

Dabei sei jedoch nicht das ganze Öl und Gas ins Meer geflossen. Durch die von BP unter US-Aufsicht vorgenommenen Massnahmen hätten 127 Millionen Liter Öl bis zur Verschliessung des Bohrlochs am 15. Juli aufgefangen werden können.

Bislang grösste Katastrophe: 3,3 Millionen Barrel Öl

Bisherige Schätzungen waren bereits von 3 bis 5,3 Millionen Barrel ausgelaufenen Öls ausgegangen. Die Ölpest hatte sich nach der Explosion der BP-Ölbohrplattform Deepwater Horizon am 20. April ausgebreitet.

Bei der bislang grössten Ölpest der Geschichte waren 1979 – ebenfalls im Golf von Mexiko – nach einer Explosion auf der mexikanischen Ölförderanlage Ixtoc UNO 3,3 Millionen Barrel ins Meer geströmt. Bei der Ölkatastrophe vor Alaska, die 1989 durch den Untergang des Tankers Exxon Valdez verursacht worden war, waren es 41 Millionen Liter Rohöl.

Bohrloch endgültig versiegeln

Das Bohrloch soll ab Dienstag endgültig mit Schlamm und Zement versiegelt werden. BP traf am Montag mit abschliessenden Tests die letzten Vorbereitungen. «Wir werden die Ergebnisse der Tests auswerten und die nötigen Anpassungen vornehmen», sagte BP-Vizepräsident Kent Wells in New Orleans.

Der «Static Kill» genannte Einsatz werde dann wie geplant am Dienstag beginnen und könne bis zum Mittwoch dauern. Die Methode werde jedoch nicht angewandt, wenn die Tests ergeben, dass das aus der Quelle sprudelnde Öl nicht vollständig zurückgedrängt werden könne. «Damit rechnen wir aber nicht», fügte Wells hinzu.

Bei der «Static Kill»-Methode soll das Material durch die Verschlusskappe in das Bohrloch eingefüllt werden, mit der dieses Mitte Juli vorerst verschlossen worden war.

Der Konzern will zusätzlich die Versiegelungsmethode «Bottom Kill» anwenden. Dabei soll auch ein Entlastungsbohrloch mit Schlamm und Zement gefüllt werden. Dieses Bohrloch soll laut Wells in gut einer Woche bis zu dem ursprünglichen Bohrloch reichen. Ende August könne dann die Versiegelung beginnen.

SDA/oku

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