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Die Frucht des Zorns

In der ganzen Amtszeit Barack Obamas haben konservative Republikaner Hass gesät. Davon profitiert jetzt Donald Trump.

Auf der Chefetage der Republikaner ist man ratlos. Trotz all der Millionen, die eingesetzt worden sind, um Donald Trump zu stoppen, eilt der Populist von Sieg zu Sieg. Nun hat er sogar Marco Rubio in dessen Heimat Florida gedemütigt, worauf der Liebling des Establishments entnervt aufgab. Die Parteispitze muss es sich jedoch selber zuschreiben, dass es so weit gekommen ist. Sie war es, die Präsident Barack Obama zum Feindbild stilisiert und damit das Land tief gespalten hat. Davon profitiert nun Trump.

Dabei hatte Obama wie sein grosses Vorbild Abraham Lincoln – übrigens ein Republikaner – die Vision eines geeinten Amerika: «Es gibt nicht ein liberales Amerika und ein konservatives Amerika, es gibt die Vereinigten Staaten von Amerika.» Als Präsident streckte er den Republikanern die Hand entgegen, um das Land zu vereinen nach den polarisierenden Bush-Jahren. Doch das konservative Amerika wies das Angebot schroff zurück: Egal, was der Präsident vorschlug – eine Krankenkasse, ein Konjunkturprogramm oder einen aussenpolitischen Kurswechsel –, die Republikaner waren dagegen. Hauptsache, Obama konnte Schaden zugefügt werden.

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