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Die Feuertaufe der F-22

Die USA greifen erstmals direkt in den syrischen Bürgerkrieg ein. Dabei leistete auch einer der modernsten Jets seinen ersten Kampfeinsatz.

Bei den Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien setzt das US-Militär auf den Raptor: Mit ihrer Kombination aus Tarnkappeneigenschaften, Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit, Präzision, Lagebewusstsein...
Bei den Luftangriffen auf IS-Stellungen in Syrien setzt das US-Militär auf den Raptor: Mit ihrer Kombination aus Tarnkappeneigenschaften, Geschwindigkeit, Manövrierfähigkeit, Präzision, Lagebewusstsein...
Yuriko Nakao, Reuters
...sowie den Fähigkeiten im Luft-Luft- und Luft-Boden-Kampf gilt die F-22 als das derzeit weltbeste Jagdflugzeug.
...sowie den Fähigkeiten im Luft-Luft- und Luft-Boden-Kampf gilt die F-22 als das derzeit weltbeste Jagdflugzeug.
U.S. Air Force, Reuters
Der erste Einsatz erfolgte am 22. November 2007 im Rahmen einer Norad-Mission, wobei zwei russische Langstreckenbomber des Typs Tu-95MS in den Luftraum über Alaska eindrangen. Diese wurden von zwei F-22 Raptor des 90th Fighter Squadron abgefangen und bis zum Verlassen des US-amerikanischen Luftraums begleitet.
Der erste Einsatz erfolgte am 22. November 2007 im Rahmen einer Norad-Mission, wobei zwei russische Langstreckenbomber des Typs Tu-95MS in den Luftraum über Alaska eindrangen. Diese wurden von zwei F-22 Raptor des 90th Fighter Squadron abgefangen und bis zum Verlassen des US-amerikanischen Luftraums begleitet.
wikipedia
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Von US-Kriegsschiffen aus startete in der Nacht auf heute ein gross angelegter und über mehrere Stunden anhaltender Angriff auf den Islamischen Staat in Syrien. Vom Roten Meer und dem Persischen Golf aus feuerten sie Tomahawk-Raketen auf Kommandostrukturen der Terrororganisation, insbesondere bei ihrer Hochburg Raqqa im Nordosten Syriens.

Danach griffen Drohnen, Kampfjets und Bomber an. An den Luftangriffen beteiligt waren nach Medienberichten auch Saudiarabien, Katar, Jordanien, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wurden auch erstmals F-22-Jets der US-Luftwaffe zu Kampfeinsätzen beordert. Die F-22 Raptor (Raubvogel) gilt als teuerstes und modernstes Jagdflugzeug der US-Luftwaffe.

Überlegen und teuer

Der von Lockheed Martin und Boeing gebaute Luftüberlegenheitsjäger ist laut der US Air Force jedem anderen bekannten oder geplanten Kampfflugzeug überlegen. Die F-22 verfügt über Tarnkappeneigenschaften und kann auch ohne Nachbrenner Überschall fliegen. Sie ist zudem äusserst wendig und soll über weitere hervorragende Flugeigenschaften sowie eine hochmoderne Avionik verfügen. Die US-Luftwaffe hat bisher insgesamt 187 Einheiten erhalten. Der Stückpreis soll 189 Millionen Dollar betragen. Damit ist der Raptor auch das teuerste Kampfflugzeug. Der US-Senat hat das hochmoderne Flugzeug nicht für den Export freigegeben, obwohl Verbündete wie Israel, Japan und Australien Interesse angemeldet hatten.

Der Preis des Jets führte zu Kritik und letztlich zu einer Reduktion der bestellten Anzahl Flugzeuge. Plante die Air Force in den 1980er-Jahren, als das Entwicklungsprogramm startete, bis zu 800 F-22 anzuschaffen, waren es beim Start des ersten Prototyps noch 442, die schliesslich immer weiter reduziert wurden. Unter Verteidigungsminister Robert Gates, der Einschnitte am Militärbudget vornehmen musste, wurde die Produktion ganz eingestellt, obwohl die Luftwaffe mindestens 40 bis 60 weitere Maschinen für nötig erachtete. Gates begründete die Kürzung auch damit, dass die USA zwei Kriege in Afghanistan und im Irak führten, die F-22 aber in keinem dieser Konflikte zum Einsatz kam. Der Grund liegt schlicht darin, dass es in diesen asymmetrischen Kriegen keine Gegner für die F-22 gab.

Syrien warnte vor Angriffen ohne Zustimmung

Der Einsatz über Syrien könnte darauf hindeuten, dass die F-22 dort die Luftüberlegenheit herstellen sollten für den Fall, dass das syrische Regime seine Luftwaffe gegen die US-Streitkräfte einsetzen sollte. Die Regierung in Damaskus hatte gewarnt, dass jeder Angriff gegen IS-Stellungen auf syrischem Territorium ohne ihre vorherige Zustimmung als Attacke auf den syrischen Staat gewertet würde.

Staatliche syrische Medien verbreiteten heute Morgen eine Erklärung des syrischen Aussenministeriums, wonach «die amerikanische Seite Syriens Ständigen Vertreter bei den Vereinten Nationen informiert hat, dass Angriffe gegen die Terrororganisation in Raqqa gestartet werden». Das ostsyrische Raqqa ist die selbst erklärte Hauptstadt der IS-Kämpfer in Syrien.

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