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Der Protest erreicht den Times Square

Tausende Anhänger von Occupy Wall Street haben ihren Protest gegen die Macht der Banken ins Zentrum von Manhattan getragen. Auch Regierungspolitiker zeigen Sympathien für die Bewegung.

Keine Führer, keine Sprecher, und dennoch geht eine Bewegung um die Welt: Ein Teilnehmer von Occupy Auckland in Neuseeland (16. Oktober 2011)
Keine Führer, keine Sprecher, und dennoch geht eine Bewegung um die Welt: Ein Teilnehmer von Occupy Auckland in Neuseeland (16. Oktober 2011)
Keystone
Besetzt: Demonstranten auf dem Times Square. (15. Oktober 2011)
Besetzt: Demonstranten auf dem Times Square. (15. Oktober 2011)
Keystone
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
«Der Kapitalismus funktioniert nicht», steht auf diesem Plakat. Die Demonstranten haben angekündigt, die Wallstreet für Monate besetzen zu wollen. (28. September 2011)
Reuters
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«Die Banken wurden gerettet, wir wurden ausverkauft!», skandierten die Kundgebungsteilnehmer auf dem belebten Platz im Zentrum Manhattans. Teils berittene Bereitschaftspolizisten versuchten, die Menschenmenge auf die Seitenstrassen zu drängen und so auseinanderzutreiben. Die Protestler riefen «Wessen Strassen? Unsere Strassen!» Die Polizisten führten 42 Leute in Handschellen ab. Bereits zuvor hatte es am Times Square vereinzelte Festnahmen gegeben, als Demonstranten die von der Polizei aufgestellten Absperrungen beiseite stiessen.

Polizisten mit Helmen und Schlagstöcken und Polizisten zu Pferd drängten die Menschen zurück. Dabei gabe es nach Angaben von Augenzeugen auch Verletzte. Zuvor waren Anhänger der Occupy-Bewegung mit Trommeln, Trompeten und Transparenten vor die New Yorker Niederlassung des Bankhauses Chase gezogen. Bis zu 1000 Menschen versammelten sich vor dem Gebäude. Einige der Teilnehmer gingen in die Bank, um ihre Konten zu kündigen.

Später wurden nach Polizeiangaben jedoch 24 Menschen in einer Citibank-Niederlassung wegen unbefugten Betretens und ungebührlichen Verhaltens festgenommen. Zwei Personen werfen die Behörden ausserdem Widerstand gegen die Festnahme vor. Insgesamt wurden im Laufe des Tages in New York mehr als 70 Demonstranten in Polizeigewahrsam genommen.

Kundgebungen im ganzen Land

Auch im Rest des Landes kam es kapitalismuskritischen Protesten. In Pittsburgh kamen rund 2000 Demonstranten zusammen, in Orlando nahmen fast 1500 an einem Protestmarsch teil. In Detroit verbrachten rund 200 Demonstranten die Nacht trotz eisiger Temperaturen im Grand Circus Park.

Man werde dort solange ausharren, «wie es dauert, um einen Wandel zu erzwingen», erklärte eine Teilnehmerin, Helen Stockton. «Es ist einfach, uns zu ignorieren», sagte sie mit Blick auf die Finanzinstitutionen. «Aber wir werden sie nicht ignorieren. Jeder Kälteschauer in unseren Knochen erinnert uns daran, warum wir hier sind.»

Auch in der US-Hauptstadt Washington hatten sich Tausende Demonstranten versammelt, um einen einfacheren Zugang zu Jobs und ein Ende der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich zu fordern. Mit der Kundgebung wollten die Organisatoren vor allem um Unterstützung für das milliardenschwere Konjunkturprogramm von US-Präsident Barack Obama werben, das am Dienstag vom Senat abgelehnt wurde.

b>Politiker zeigt Verständnis

Seit vier Wochen hält die Bewegung Occupy Wall Street (»Besetzt die Wall Street») New York in Atem und hat mittlerweile auch Nachahmer in anderen Teilen der Welt gefunden. Die Menschen protestieren gegen die Macht der Banken brechen, verlangen höhere Steuern für Reiche und Verbesserungen im Sozialsystem. Unterstützt wird die zusammengewürfelte Truppe der Protestler von Gewerkschaften.

Der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, besuchte unterdessen erstmals Demonstranten im Bostoner Park Dewey Square. Nach seinem Besuch habe er mehr Verständnis für die verschiedenen Standpunkte und die Sorgen über Arbeitslosigkeit, Gesundheitsversorgung und den Einfluss des Geldes in der Politik, sagte er.

SDA/jak

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