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Demokrat amüsiert sich über Hurrikan

Der ehemalige Parteichef der US-Demokraten, Don Fowler, lacht über Hurrikan Gustav. Ein Video zeigt, wie er sich darüber freut, dass der Sturm den Republikanern ihre Party vermiest.

Heute hätte der grosse Tag der US-Republikaner sein sollen. Doch Hurrikan Gustav macht Präsidentschaftsbewerber John McCain einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Die Eröffnungsfeier des heute beginnenden Parteitages wurde arg gekürzt. Auch haben neben Hauptredner George W. Bush zahlreiche weitere Personen ihren Auftritt abgesagt. Darunter Dick Cheney und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger. Die präzis ausgearbeitete Polit-Show, mit der die Republikaner John McCain offiziell zu ihrem Präsidentschaftskandidaten machen wollen, fällt praktisch ins Wasser.

Insgeheim dürften sich viele Demokraten über die Kollision von Naturgewalt und Polit-Spektakel freuen: Der Wahlkampf tritt in den Hintergrund und die Demokraten hatten ihre rauschende Party bereits in Denver.

Etwas zu weit ging dabei der ehemalige Parteichef und Superdelegierte der Demokraten Don Fowler. Auf einem Flug nach Charlotte sagte er in einer privaten Konversation in Anspielung auf Hurrikan Gustav amüsiert: «Gott ist auf der Seite der Demokraten.» Von einem Sitznachbar wurde er heimlich gefilmt. Das Video fand sich kurze Zeit später auf Youtube wieder. Gestern kam postwendend die Entschuldigung. «Falls ich mit dieser Aussage jemand beleidigt haben sollte, tut mir das leid», sagte Fowler zu ABC News.

Fowler sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe sich über Äusserungen des Predigers Jerry Falwell lustig gemacht, der nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gesagte hatte, die Bluttaten seien Gottes Strafe für Abtreibung, Homosexualität und andere Sünden. Jedermann habe Mitgefühl mit den Menschen in New Orleans, sagte Fowler, und viele Gläubige beteten für sie. Eine politische Bedeutung habe seine Bemerkung nicht.

Der Vorsitzende der Republikaner in South Carolina, Katon Dawson, nannte die Äusserungen «enttäuschend und verachtenswürdig».

Nicht der richtige Zeitpunkt zum Feiern

Vor dem Hintergrund der Zwangsevakuierung in New Orleans ist für die Republikaner klar: Party, flammende Reden und perfide Attacken gegen den politischen Gegner sind diese Woche fehl am Platz. Gestern ist Wahlkampfmanager Rick Davis vor die Presse getreten und hat verkündet: «Dies ist nicht der richtige Zeitpunkt zum Feiern. Dies ist der Zeitpunkt, an dem wir unsere Parteipolitik vergessen und als Amerikaner handeln müssen.»

«Grosse Herausforderung»

Für McCain ist das Chaos zugleich eine Riesenchance: Gustav gibt ihm die Gelegenheit, sich präsidial zu profilieren, schreibt «Spiegel online». Als einen, der Substanz über schönen Schein stellt. Als zupackenden Krisenmanager in der Stunde der Not. McCain ergreift die Chance, aus besagter Not eine Tugend zu machen. «Wir stehen vor einer grossen nationalen Herausforderung», sagt er mit besorgtem Blick in die Kameras.

George W. Bush wurde vor drei Jahren vorgeworfen, er habe zu spät reagiert, als Hurrikan Katrina New Orleans verwüstete. Dieser Verdacht soll bei McCain erst gar nicht aufkommen.

Obama zurückhaltend

Eine andere Strategie schlägt Barack Obama ein. Er verzichtet vorerst auf einen Besuch im Gefahrengebiet. «Wir werden uns aus der Gegend fernhalten, bis sich die Lage beruhigt hat», sagte er. «Dann werden wir überlegen, wie wir so hilfreich wie möglich sein können.»

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