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Das Land der unbegrenzten Lohnschere

Die Budget-Behörde des US-Kongresses kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Die Einkommen der Allerreichsten sind in 30 Jahren rund 15-mal stärker gewachsen als jene der Ärmsten.

Immer mehr Amerikaner haben Mühe, genug Geld fürs Essen aufzutreiben: Eine Mutter steht mit ihrer Tochter für eine Mahlzeit an.
Immer mehr Amerikaner haben Mühe, genug Geld fürs Essen aufzutreiben: Eine Mutter steht mit ihrer Tochter für eine Mahlzeit an.
Reuters

Auf den ersten Blick sind es gute Nachrichten, die das Budget-Büro (CBO) des US-Kongresses für die Amerikaner hat: In den knapp 30 Jahren zwischen 1979 und 2007 ist das Einkommen der US-Haushalte um 62 Prozent gewachsen. Auf den zweiten Blick hat die Sache allerdings einen Haken. Denn von dem Wachstum haben vor allem jene profitiert, die ohnehin schon viel haben.

Eine am Dienstag veröffentlichte Studie der Kongressbehörde kommt zu folgendem Schluss: Die Einkommen des einen reichsten Prozents der Bevölkerung haben sich im Schnitt um 275 Prozent fast verdreifacht.

Die Schere tut sich auf

Die nächsten 20 Prozent (jene zwischen Prozentpunkt 81 und 99) verzeichneten eine Steigerung um 60 Prozent, die nächsttieferen 60 Prozent noch um 40 Prozent. Die einkommensschwächsten 20 Prozent der US-Gesellschaft verdienten 2007 gerade einmal 18 Prozent mehr als 1979. Bei den Zahlen handelt es sich stets um das reale, inflationsbereinigte Einkommen nach Steuern – also das, was die Leute tatsächlich auf dem Konto haben.

Heute ist es so, dass die reichsten 20 Prozent zusammen mehr verdienen als die restlichen 80 Prozent. Ein Grund für die ungleiche Verteilung: Die Einkünfte aus Kapitalgewinnen sind gewachsen, jene aus Lohnarbeit gesunken. Weiter macht das CBO das US-Steuersystem verantwortlich, das die Umverteilung seit den 70er-Jahren weniger fördere.

Probleme beim Essen kaufen

Ebenfalls alarmierend für die USA sind die Ergebnisse der monatlich durchgeführten Gallup-Studie, bei der jeweils 1000 repräsentativ ausgewählte US-Bürger nach ihrem Wohlbefinden befragt werden. Wie «Spiegel online» berichtet, machte den Amerikanern im September vor allem eines zu schaffen: der Vergleich mit China.

2008 hätten 9 Prozent der Amerikaner von Schwierigkeiten berichtet, genug Geld für die Ernährung aufzutreiben. Im September 2011 waren es schon 19 Prozent. Bei den Chinesen verringerte sich dieser Wert im selben Zeitraum von 16 auf 6 Prozent.

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