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Das Fanal von Charlottesville

Trumps Reaktion auf den rechtsextremen Terror in Virginia spaltet das Land weiter.

MeinungChristof Münger

Was für eine erste Ferienwoche, die Donald Trump da hingelegt hat! Der US-Präsident scheint sich am besten zu entspannen, wenn er Wut, Hass und Angst verbreitet: Zunächst befeuerte er die Krise mit Nordkorea, dann jene in Venezuela, und nun hat er auch noch den rechtsextremistischen Terror in Charlottesville, Virginia, nur viertelherzig verurteilt und damit sein Land weiter gespalten.

Nach dem Aufmarsch von Verfechtern einer weissen Vorherrschaft blickt Amerika schockiert auf Charlottesville. Trump jedoch, sonst ein flinker Twitterer, hat lange geschwiegen – trotz Hakenkreuzfahnen, ­Hitlergruss und antisemitischen Parolen. Als er sich in seinem Golf-Resort dann doch noch äusserte, bemühte er sich, die Verantwortung einzuebnen, anstatt zu sagen, worum es ging – nämlich um Rassismus.

Bilder: Grossdemonstration in Charlottesville

Wollte kein «schnelles Statement» zu Charlottesville abgeben: US-Präsident Donald Trump im Trump Tower in New York. (15. August 2017)
Wollte kein «schnelles Statement» zu Charlottesville abgeben: US-Präsident Donald Trump im Trump Tower in New York. (15. August 2017)
Martinez Monsivais, Keystone
«Wir können nicht dem Beirat eines Präsidenten angehören, der Intoleranz und heimischen Terrorismus toleriert»: Richard Trumka vom Verband AFL-CIO. (Archivbild)
«Wir können nicht dem Beirat eines Präsidenten angehören, der Intoleranz und heimischen Terrorismus toleriert»: Richard Trumka vom Verband AFL-CIO. (Archivbild)
Andrew Harnik, Keystone
Landesweite Proteste nach der Gewalt in Charlottesville: Demonstranten in Chicago tragen Puppen von Donald Trump und Mike Pence. (13. August 2017)
Landesweite Proteste nach der Gewalt in Charlottesville: Demonstranten in Chicago tragen Puppen von Donald Trump und Mike Pence. (13. August 2017)
Joshua Lott, AFP
Landesweite Proteste nach der Gewalt in Charlottesville: Demonstranten in Chicago tragen Puppen von Donald Trump und Jeff Sessions. (13. August 2017)
Landesweite Proteste nach der Gewalt in Charlottesville: Demonstranten in Chicago tragen Puppen von Donald Trump und Jeff Sessions. (13. August 2017)
Scott Olson/Getty Images, AFP
«Bringt Rassisten wieder das Fürchten bei»: Eine Demonstrantin in Chicago.
«Bringt Rassisten wieder das Fürchten bei»: Eine Demonstrantin in Chicago.
Scott Olson/Getty Images, AFP
Auch vor dem Weissen Haus in Washington kam es zu Protesten.
Auch vor dem Weissen Haus in Washington kam es zu Protesten.
Michael Reynolds/EPA
Stösst auf harsche Kritik an seiner Haltung zu den Vorfällen in Charlottesville: US-Präsident Donald Trump. (12. August 2017)
Stösst auf harsche Kritik an seiner Haltung zu den Vorfällen in Charlottesville: US-Präsident Donald Trump. (12. August 2017)
Pablo Martinez Monsivais, Keystone
Trump wird parteiübergreifend kritisiert, weil er die rechtsextremen Demonstranten nicht klar als Schuldige benannte.
Trump wird parteiübergreifend kritisiert, weil er die rechtsextremen Demonstranten nicht klar als Schuldige benannte.
Chip Somodevilla/Getty Images
Es gibt Bilder und Videos des Vorfalls, die zeigen, wie das Auto in die Gegendemonstration fährt: Hier das Fahrzeug kurz vor der Kollision... (12. August 2017)
Es gibt Bilder und Videos des Vorfalls, die zeigen, wie das Auto in die Gegendemonstration fährt: Hier das Fahrzeug kurz vor der Kollision... (12. August 2017)
The Daily Progress via AP, Keystone
Die Kollision: Die Menschen werden durch die Wucht des Aufpralls durch die Luft gewirbelt. (12. August 2017)
Die Kollision: Die Menschen werden durch die Wucht des Aufpralls durch die Luft gewirbelt. (12. August 2017)
Ryan M. Kelly/The Daily Progress via AP, Keystone
Vor der Attacke ist es zu Ausschreitungen zwischen weissen Nationalisten und Gegendemonstranten gekommen. (12. August 2017)
Vor der Attacke ist es zu Ausschreitungen zwischen weissen Nationalisten und Gegendemonstranten gekommen. (12. August 2017)
Steve Helber, Keystone
Rettungskräfte kümmern sich nach der Attacke um Verletzte.  (12. August 2017)
Rettungskräfte kümmern sich nach der Attacke um Verletzte. (12. August 2017)
Steve Helber, Keystone
Das Auto soll einem 20-Jährigen aus Ohio gehören.
Das Auto soll einem 20-Jährigen aus Ohio gehören.
Ryan M. Kelly, Keystone
Beide Seiten gingen in der Stadt Charlottesville mit Schlagstöcken, Flaschen und Wurfgeschossen aufeinander los,
Beide Seiten gingen in der Stadt Charlottesville mit Schlagstöcken, Flaschen und Wurfgeschossen aufeinander los,
Chip Somodevilla/Getty Images
Die Polizei verhängte ein Versammlungsverbot. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus.
Die Polizei verhängte ein Versammlungsverbot. Die Behörden riefen den Ausnahmezustand aus.
Virginia State Police, AFP
Dabei standen Hunderte Rechtsextreme in paramilitärischen Uniformen ebenso vielen Anhängern antifaschistischer Gruppen gegenüber.
Dabei standen Hunderte Rechtsextreme in paramilitärischen Uniformen ebenso vielen Anhängern antifaschistischer Gruppen gegenüber.
Chip Somodevilla/Getty Images
Zu den Krawallen kam es vor Beginn eines Marsches unter dem Motto «Vereint die Rechte».
Zu den Krawallen kam es vor Beginn eines Marsches unter dem Motto «Vereint die Rechte».
Steve Helber, Keystone
Unter Buhrufen schwenkten die rechten Teilnehmer die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten aus dem Bürgerkrieg.
Unter Buhrufen schwenkten die rechten Teilnehmer die Flagge der sklavenhaltenden Südstaaten aus dem Bürgerkrieg.
Chip Somodevilla/Getty Images
Zu der Demonstration aufgerufen hatte neben dem Ku-Klux-Klan auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und US-Präsident Donald Trump unterstützt.
Zu der Demonstration aufgerufen hatte neben dem Ku-Klux-Klan auch die sogenannte Alt-Right-Bewegung, die neonazistisches Gedankengut vertritt und US-Präsident Donald Trump unterstützt.
Steve Helber, Keystone
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Mit Denkmälern für Südstaaten-Generäle wie jenem in Charlottesville sowie der Konföderiertenfahne wird die Sklaverei verherrlicht. Das dunkle ­Kapitel der US-Geschichte ist ein Trauma, das bei den Afroamerikanern bis heute nachwirkt. Doch auch dazu kein Wort von Trump, kein Zeichen von Empathie, keine Haltung. Umso mehr wird dessen Vorgänger vermisst, vor allem wenn es um die in den USA strapazierte Frage der Hautfarbe geht. Barack Obama stiftete selbst nach dem Massaker in Charleston Versöhnung, als 2015 ein weisser Rassist – und damit Geistesverwandter der Horden von Charlottesville – mehrere schwarze Kirchenbesucher tötete.

Amerika ist heute ein anderes Land. Trumps Wahl war ein Triumph rechtsextremer Gruppen, Charlottesville ist die Folge davon. Trumps treueste Fans freuen sich, dass der Präsident sie nicht ­anklagt. «Wir werden das Versprechen von Trump einlösen und unser Land zurückholen», ­kündigte ein früheres Mitglied des Ku-Klux-Klan an. Er weiss, er hat einen stillen Verbündeten im Weissen Haus.

Der US-Präsident hat eine Woche hinter sich, die seine Amtszeit prägen wird. Die Drohung mit dem Atomkrieg könnte zum Fanal werden für die ganze Welt, Charlottesville ist es bereits für Amerika. Warum nur macht Donald Trump nicht richtig Ferien?

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