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Das erste Treffen seit 35 Jahren

Mit der iranischen Revolution 1979 haben London und Teheran ihre Kontakte auf Staatschef-Ebene abgebrochen. Nun soll es in New York zum direkten Gegenüber kommen.

Welche Annäherungen finden wohl diesmal statt? Irans Präsident Hassan Rohani kehrt nach 2013 (im Bild) zum zweiten Mal an die UNO-Generalversammlung zurück.
Welche Annäherungen finden wohl diesmal statt? Irans Präsident Hassan Rohani kehrt nach 2013 (im Bild) zum zweiten Mal an die UNO-Generalversammlung zurück.
Reuters

«David Cameron trifft den iranischen Staatschef in Sachen IS-Kampagne», titelt der «Guardian» heute Morgen. Es sei das erste bilaterale Treffen seit Jahrzehnten und würde eine Verbesserung der Beziehungen der beiden Länder signalisieren.

Wird der diesjährigen Rede von Hassan Rohani ganz genau zuhören: David Cameron (an der UNO-Generalversammlung 2013).

Laut der Zeitung geht es bei dem Treffen zwischen Hassan Rohani und David Cameron für die britische Seite darum, was der Iran beim Kampf gegen den IS für einen Beitrag leisten kann. Offenbar soll Cameron den iranischen Präsidenten auffordern, die Unterstützung von Bashar al-Assad aufzugeben. Denn: Erst das habe den Extremisten des IS den Aufstieg ermöglicht. Das Treffen findet am Rande der UNO-Generaldebatte in New York statt.

Auch Hollande trifft Rohani

Auch Frankreichs Präsident François Hollande wird Rohani treffen. Das Meeting werde am Dienstag in New York stattfinden, teilte der Elysée-Palast mit. Frankreich beteiligt sich seit vergangener Woche an den US-geführten Luftangriffen auf die radikalsunnitische IS-Miliz im Irak, die dort ganze Landstriche unter ihre Kontrolle gebracht hat.

Der Iran übt grossen Einfluss im Irak aus und ist traditioneller Verbündeter der Schiiten, die nach dem Sturz von Saddam Hussein durch den US-Einmarsch im Frühjahr 2003 zur dominanten politischen Kraft in Bagdad geworden sind.

Rohani wird an Atomverhandlungen teilnehmen

Rohani wird in New York auch an den Atomverhandlungen teilnehmen. Er sagte am Montag vor seiner Abreise, dass neben der Rede vor der UNO-Vollversammlung auch die Diskussionen über das iranische Atomprogramm auf dem Programm stehen. In seiner Rede am Donnerstag sowie in den Gesprächen mit seinen Amtskollegen werde er auch Irans Rolle bei der Bekämpfung des IS im Irak ansprechen.

Die Atomverhandlungen zwischen Vertretern des Iran sowie der fünf UNO-Vetomächte und Deutschlands (5+1) waren ursprünglich nur für Freitag in New York geplant. Mit Rohani sollen sie jetzt in einem anderen Rahmen am Rande der UNO-Vollversammlung fortgesetzt werden.

Beide Seiten wollen bis zum 24. November zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Laut unbestätigten Berichten soll der Iran mehr und auch schnellere Zentrifugen produzieren können, sie aber bis auf weiteres nicht für Urananreicherung einsetzen. Die jährliche Generaldebatte beginnt am Mittwoch, viele Staats- und Regierungschefs nehmen aber bereits am Dienstag an einem Klimagipfel der UNO teil.

* mit Material von AFP/DAPD

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