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Colorados Kiffer im Hoch

Es ist kalt und es schneit. Dennoch stehen im US-Bundesstaat Colorado heute an verschiedenen Orten Menschen mit einem Lächeln in einer langen Schlange.

Glückliches Lächeln trotz Kälte: Vor einer Verkaufsstelle warten geduldig die ersten Abnehmer. (1. Januar 2014)
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Reuters
Lange Liste: Das «Menu» eines Anbieters. (1. Januar 2014)
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Reuters
Feiern das neue Gesetz: Partygäste einer Silvesterfeier. (31. Dezember 2013)
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AFP
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Colorado ist seit heute der erste US-Staat, in dem Erwachsene legal Haschisch kaufen und konsumieren können. Aktivisten hoffen, dass die Legalisierung von Drogen eine bessere Alternative ist als der teure Kampf gegen Drogen. Kritiker meinen dagegen, dadurch werde es auch für Teenager leichter, an die Droge zu kommen.

Pro-Pot-Aktivisten starteten wie Errin Reaum in Denver mit Partys im Stile der 1920er Jahre unter dem Motto «Prohibition ist vorbei» in das Experiment, das nicht nur in den USA, sondern weltweit mit grossem Interesse verfolgt wird.

Am Wochenende hatte die Stadtverwaltung von Denver die ersten der Genehmigungen an 14 Läden vergeben. 17 Firmen dürfen Marihuana nun offiziell anbauen und drei weitere haben Lizenzen zur Weiterverarbeitung zu Hasch-Keksen und ähnlichem. Weitere Zulassungen sollen in Denver und anderen Städten bald folgen. Die Wähler in Colorado stimmten 2012 für die Legalisierung der Marihuana-Industrie. Der Staat Washington hat eine eigene Variante, die Mitte 2014 umgesetzt werden soll.

Schon vor einem Jahr hatte Colorado den privaten Konsum von Cannabis für Erwachsene über 21 Jahren legalisiert. Der Verkauf im Laden an Privatleute ist aber erst seit dem Neujahrstag möglich. Zugelassen haben ihn Denver und weitere 18 Gemeinden. Die Genehmigungen gingen an Betriebe, die früher schon Marihuana zur medizinischen Behandlung vertreiben durften und nun ihr Geschäft ausbauen. In ganz Colorado gibt es bereits 348 Lizenzen für solche Marihuana-Unternehmen, mehrere Hundert weitere sind beantragt.

«Unter einem Mikroskop»

Befürworter sagen, damit würden dem Staat neue Einnahmen verschafft, während zugleich die Kosten für die Inhaftierung vieler wegen Drogendelikte verurteilter Menschen zurückgingen. Gegner befürchten dagegen eine Zunahme des Marihuana-Konsums bei Jugendlichen - obwohl der Verkauf nur an Personen über 21 Jahren erlaubt ist.

Auch nach Bundesrecht ist die Droge weiterhin illegal. Das Justizministerium in Washington hat einen Acht-Punkte-Plan für die Regulierung der Pot-Industrie in Colorado präsentiert, damit die Drogen nicht in die Hände von Minderjährigen und Rauschgiftkartellen gelangen. Die Behörden Colorados müssen dafür Sorge tragen, dass Marihuana nicht in Einrichtungen gelangen, die dem Bund gehören und auch nicht in andere US-Staaten exportiert werden.

«Wir wissen, dass Colorado unter einem Mikroskop ist», sagte ein Rechtsberater von Gouverneur John Hickenlooper, Jack Finlaw. Drogenberatungs- und Behandlungszentren kritisierten die Legalisierung: «Das ist wie Öl ins Feuer giessen», sagte Ben Cort vom Colorado-Zentrum für Abhängigkeit und Rehabilitation.

SDA/kle

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