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Brisantes Detail des früheren US-Aussenministers

Colin Powells E-Mail-Konto wurde gehackt. Nun ist eine Information des als geheim eingestuften Atomwaffenprogramms Israels veröffentlicht worden.

Opfer von Hackern: Der frühere US-Aussenminister Colin Powell.
Opfer von Hackern: Der frühere US-Aussenminister Colin Powell.
AP

Der frühere US-Aussenminister Colin Powell soll in einer E-Mail Details zum Umfang des geheimen Atomwaffenprogramms Israels genannt haben. In der diese Woche von Hackern enthüllten Nachricht soll der Ex-Chefdiplomat 2015 einem Freund berichtet haben, dass Israel über 200 nukleare Sprengköpfe verfüge.

Zwar wird allgemeinhin angenommen, dass Israel schon vor Jahrzehnten Atomwaffen entwickelte, doch hat sich das Land selbst nie als eine Atommacht bezeichnet. Die Existenz eines entsprechenden israelischen Waffenarsenals wird sowohl von der Regierung in Jerusalem als auch von Washington als Verschlusssache eingestuft.

Angeblich öffentliche Einschätzung

Vor seiner Zeit als Aussenminister von 2001 bis 2005 hatte Powell als Generalstabschef und zuvor als nationaler Sicherheitsberater im Weissen Haus gedient.

In einer Reaktion auf die mutmasslich gehackte Mail sagte ein Sprecher Powells der Nachrichtenagentur AP am Freitag, dass sich dieser damals auf öffentliche Einschätzungen zu Israels Atomwaffen bezogen habe. Powell sei vor dem Absetzen der Nachricht nicht gebrieft oder von US-Quellen über die Existenz oder den Umfang der atomaren Fähigkeiten Israels informiert worden.

«... und wir haben Tausende»

Der fragliche E-Mail-Austausch vom März 2015 dreht sich um eine Rede, die Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zuvor vor beiden Kammern des Kongresses in Washington gehalten hatte. Hintergrund war der von US-Präsident Barack Obama vorgeschlagene und inzwischen realisierte Atompakt mit dem Iran, gegen den Netanyahu ist.

«Die Iraner könnten keine nutzen, wenn sie es am Ende schaffen sollten, eine zu machen», schrieb Powell offensichtlich mit Blick auf eine Nuklearwaffe an den demokratischen Gönner Jeffrey Leeds, einem Hedgefonds-Gründer, der im Aufsichtsrat einer nach Powell benannten Fakultät des City College in New York sitzt. «Die Jungs in Teheran wissen, dass Israel 200 hat, alle auf Teheran gerichtet, und wir haben Tausende», fügte er hinzu.

AP/spu

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