Ausweise für alle Sans-Papiers

Der New Yorker Bürgermeister will den Einwanderern ohne gültige Papiere in seiner Stadt ein offizielles Dokument aushändigen.

«Wir werden keinen unserer Einwohner dazu zwingen, ein Leben im Schatten zu führen»: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hielt eine viel beachtete Rede. (10. Februar 2014)

«Wir werden keinen unserer Einwohner dazu zwingen, ein Leben im Schatten zu führen»: New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio hielt eine viel beachtete Rede. (10. Februar 2014)

(Bild: AFP)

«New York ist auch euer Zuhause», richtete sich der neue New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio am Montag in einer Rede an die papierlosen Migranten in der Metropole. «Wir werden keinen unserer Einwohner dazu zwingen, ein Leben im Schatten zu führen.»

Mit den Ausweisen sollen die fast 500'000 Einwanderer ohne gültige Papiere in New York Bankkonten eröffnen und Mietverträge unterzeichnen können. Ausserdem sollen sie Zugang zu städtischen Dienstleistungen erhalten.

Einwanderungsreform ist blockiert

Auf Bundesebene stecken Pläne für eine umfassende Einwanderungsreform seit Jahren im Kongress in Washington fest. Der Senat hatte vergangenen Sommer einen Plan verabschiedet, der vorsieht, dass die mehr als elf Millionen illegalen Einwanderer in den USA vorläufige Aufenthaltspapiere erhalten und sich nach einer Wartezeit von 13 Jahren einbürgern lassen können. Im Repräsentantenhaus sehen erzkonservative Republikaner dieses Vorhaben dagegen als Amnestieregelung für illegale Einwanderer und lehnen das Gesetz ab.

De Blasio war im November zum Nachfolger von Michael Bloomberg gewählt worden, Anfang Januar trat er sein Amt an. Der New Yorker Bürgermeister gehört den Demokraten von Präsident Barack Obama an und gilt als sehr linksliberal. Im Wahlkampf hatte er versprochen, gegen das wachsende Ungleichgewicht zwischen Armen und Reichen in der mit rund acht Millionen Einwohnern bevölkerungsreichsten Metropole der USA vorzugehen. De Blasio versprach ausserdem ein Ende der umstrittenen Praxis willkürlicher Polizeikontrollen, die Kritikern zufolge vor allem Schwarze und Hispanics trifft.

ldc/sda

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