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«Al-Qaida-Chef al-Zawahri soll einen grösseren Angriff angeordnet haben»

Die Unterstützer der NSA versuchen aus der Abhöraktion gegen al-Qaida Profit zu schlagen, die Gegner verneinen einen Zusammenhang. Das zeigt nun vor allem eines, findet USA-Korrespondent Martin Kilian.

Die USA sehen die Terrorgefahr noch nicht gebannt: In 19 Städten der islamischen Welt bleiben ihre diplomatischen Vertretungen bis zum Wochenende geschlossen. Hintergrund sind abgefangene Nachrichten von Al-Qaida-Terroristen. US-Geheimdienste haben nach Angaben der Regierung verdächtige Nachrichten abgefangen, die teils konkrete Daten enthielten.

Laut gut informierten Quellen soll es sich dabei vor allem um eine Nachricht von Al-Qaida-Chef Ayman al-Zawahri an Nasser al-Wuhayshi handeln, den Chef der al-Qaida auf der arabischen Halbinsel, wie USA-Korrespondent Martin Kilian berichtet. Die Unterstützer der NSA versuchten nun aus der offenbar erfolgreichen Abhöraktion gegen al-Qaida Profit zu schlagen, sagt Kilian im Video weiter.

Die Gegner wiederum verneinten einen Zusammenhang mit der Abschöpfung von Telefondaten in den USA. Somit zeigt sich laut Kilian nun erneut, wie stark die Überwachungsdebatte in den USA zweigeteilt ist, wie stark also zwischen den Aktionen gegen die US-Bürger und gegen den Rest der Welt unterschieden wird.

Aussergewöhnliche Warnung

Das US-Aussenministerium hat darüber hinaus eine globale Reisewarnung an alle US-Bürger bis Ende August ausgesprochen und davor gewarnt, al-Qaida und ihre Verbündeten könnten Anschläge auf staatliche oder private US-Einrichtungen planen.

Der republikanische Senator und Geheimdienstexperte Saxby Chambliss sagte am Sonntag im Fernsehsender NBC, die aktuellen Geheimdienstinformationen erinnerten sehr stark an das, was die US-Dienste vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 abgefangen hätten. Die US-Regierung habe darauf reagiert.

Generalstabschef Dempsey sagte in einem ABC-Interview, die gegenwärtigen Drohungen seien gezielter als frühere. Es gebe die Absicht, westliche Ziele anzugreifen, nicht nur amerikanische. Der republikanische Abgeordnete und Geheimdienstexperte Pete King sagte ebenfalls auf ABC: «Die Drohung war klar mit Blick auf einen enormen Umfang. Und es wurden auch Daten genannt.»

Der demokratische Abgeordnete Dutch Ruppersberger ergänzte, abgefangene Terrordrohungen seien von «hochrangigen Personen der al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel» ausgegangen und hätten mit einem «grossen Anschlag» zu tun gehabt. Details nannte auch er nicht, verwies aber auf einen von Interpol herausgegebenen weltweiten Sicherheitsalarm, der auf Gefängnisausbrüche mit mutmasslicher Al-Qaida-Beteiligung in Irak, Libyen und Pakistan basierte.

Der Abgeordnete Adam Schiff, Mitglied des Geheimdienstausschusses des Repräsentantenhauses, sagte, die Breite der Botschaftsschliessungen deute darauf hin, dass die US-Behörden eine Wiederholung der Unruhen und Angriffe auf US-Botschaften im vergangenen Jahr wie im libyschen Benghazi befürchteten. Damals waren vier Amerikaner getötet worden. Schiff verwies ausdrücklich auf das nahende Ende des Fastenmonats Ramadan als weiteren Gefahrenpunkt.

Er bekräftigte aber zugleich seine Kritik an den umfassenden Spähprogrammen des Geheimdienstes NSA. Nichts deute darauf hin, dass die jüngsten Terrorwarnungen Ergebnis der umstrittenen Überwachung von Internet und Telefonverkehr in den USA selbst seien.

AP/mw

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