US-Regierung will Migrantenkinder länger festhalten

Familien sollen nicht mehr getrennt, sondern gemeinsam eingesperrt werden. Doch nach wie vor sind 400 Kinder ohne Eltern inhaftiert.

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Die US-Regierung will illegal ins Land gekommene Migrantenfamilien länger als bisher erlaubt festhalten. Einem am Donnerstag von den US-Ministerien für Gesundheit und Innere Sicherheit vorgelegten Änderungsvorschlag zufolge sollen die Familien so lange in Gewahrsam bleiben, bis ihr Verfahren abgeschlossen ist.

Bisher dürfen Kinder entsprechend eines Gerichtsurteils von 1997 nicht länger als 20 Tage inhaftiert werden.

Das Ministerium sprach von einem wichtigen Schritt, um die Kontrolle an der Grenze zurückzugewinnen. Die US-Ministerin für Innere Sicherheit Kirstjen Nielsen beklagte, heutzutage gebe es bei der Festsetzung illegaler Einwanderer noch rechtliche Schlupflöcher. Ziel sei es, Anreize für die illegale Migration zu beseitigen.

Haft auf unbestimmte Zeit

Im Zug der «Null-Toleranz»-Politik der US-Regierung hatten die Behörden in den vergangenen Monaten Migranten systematisch von ihren Kindern getrennt und die Kinder in separaten Lagern untergebracht. Nach einer Welle der Empörung stoppte Präsident Donald Trump die Familientrennungen im Juni. Die Trump-Regierung kündigte an, die Migrantenfamilien stattdessen auf unbegrenzte Zeit gemeinsam einsperren und das Gerichtsurteil von 1997 zur 20-Tage-Frist für Kinder anfechten zu wollen.

Obwohl die meisten Migrantenfamilien zuletzt wieder vereint wurden, sind noch immer rund 400 Kinder von ihren Eltern getrennt inhaftiert.

(oli/sda)

Erstellt: 07.09.2018, 08:34 Uhr

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